Ei Ersatz vegane Alternativen

Veganer Ei-Ersatz – Pflanzliche Alternativen für’s Kochen und Backen ohne Ei

in Magazin von Jana12 Kommentare

Viele klassische Rezepte sind auf die Zugabe von Eiern angewiesen – zumindest haben wir das so gelernt. Besonders beim Backen wird das tierische Naturprodukt dazu genutzt, die restlichen Zutaten zu binden und den Teig fluffig und geschmeidig zu machen. Doch es geht auch ohne Ei: Wer sich vegan ernährt oder einfach keine Eier im Haus hat, braucht für solche Fälle einen Ei-Ersatz, damit der Kuchen oder die herzhaften Snacks trotzdem gelingen. Für solche Fälle oder für ausgefallene vegane Rezepte ohne Ei, aber mit Ei-Geschmack, wollen wir ein paar pflanzliche Alternativen vorstellen.

Kochen und Backen ohne Ei – Einfacher als du denkst

Wenn man die Eigenschaften (und natürlich den Geschmack) von Eiern gewohnt ist, könnte man denken, dass es kompliziert und aufwendig sei, sich hier eine pflanzliche Alternative zu suchen. Doch in Wahrheit ist es super simpel, einen veganen Ersatz für Ei zu nutzen oder herzustellen. Wahrscheinlich hast du viele der kleinen Helferlein, die für das Ei einspringen sollen, sogar schon bei dir Zuhause und warst dir ihrer Eigenschaften bisher gar nicht bewusst. Besonders einfach ist zum Beispiel das Backen ohne Ei, wenn du zum Binden des Teiges Apfelmus, Leinsamen-Ei („Flax Egg“) oder Kirchererbsenmehl verwendest. Aber auch bei herzhaften Gerichten lassen sich Eier problemlos mit einer veganen Alternative ersetzen.

Ganz ohne Ei wird es noch süßer

Einfacher geht es nun wirklich nicht: Bei vielen Rezepten kannst du das Ei ersatzlos weglassen, ohne dass es Auswirkungen auf den Geschmack oder die Konsistenz hat. Ein Mürbeteig wird ohne Eier beispielsweise noch knuspriger und ein Hefezopf erlangt allein durch die darin enthaltene Hefe seine Fluffigkeit. Um zu vermeiden, dass deine süßen Speisen ohne Ei zu trocken werden, kannst du hier einfach noch einen Schuss pflanzliche Milch oder Öl zu deinem Teig hinzugeben.

Veganer Ei-Ersatz mit Fruchtpürree

Apfelmus ist ein feiner Ei-Ersatz beim Backen

Wenn du dein veganes Ei hauptsächlich zum Binden deiner Speisen verwenden möchtest, eignet sich Fruchtpüree besonders gut. Obst wie Äpfel oder Banane kannst du dabei vor allem bei süßen Gerichten und Gebäcken verwenden. In Form von Apfelmus oder eben einer gequetschten Banane reichen schon etwa 80 Gramm, um als veganer Er-Ersatz zu fungieren. Mit dieser pflanzlichen Alternative kannst du ganz leicht Muffins, Brownies, Kekse oder Kuchen ohne Ei zubereiten. Genau so gut eignen sich übrigens auch Avocados beim Binden deines Teiges.

Für würzige Rührteige oder Brote darf es auch ruhig etwas herzhafter sein. Hättest du gedacht, dass du Eier mit Kartoffeln, Kürbis oder Tomatenmark ersetzen kannst? Das geht sogar ziemlich gut! Ähnlich wie beim Obst genügen bei vielen ei-losen Rezepten circa 60-80 Gramm des herzhaften Pürrees, um die bindende Wirkung zu erhalten. Kürbispürree kannst du zum Beispiel für Hefezöpfe oder Zimschnecken verwenden und diesen süßen Gerichten damit sogar eine aufregende Geschmacksnote verleihen. Dagegen eignet sich Kartoffelpüree ideal für vegane Fleischbällchen oder Bratlinge. Hier genügen schon ein bis zwei Esslöffel, um Eier im Rezept zu ersetzen. Ähnlich kannst du auch Tomatenmark einsetzen: Für das Binden von Bratlingen nutzt du einfach einen Esslöffel als Ei-Ersatz und erhältst dabei sogar noch eine aufregende, fruchtige Note.

Diese Früchte eignen sich besonders für den Ei-Ersatz

  • Apfel: Etwa 80 Gramm Apfelmus entsprechen einem EI
  • Banane: Eine halbe Banane quetschen für den Ei-Ersatz
  • Kürbis: 60 Gramm Kürbispürree dienen als Ersatz für ein Ei
  • Kartoffel: Zwei Esslöffel Kartoffelpüree ersetzen ein Ei
  • Avocado: Circa 80 Gramm entsprechen einem Ei
  • Tomatenmark: Ein Esslöffel Tomatenmark dient als Ersatz für ein Ei

Mit Nussmus binden und verfeinern

Ähnlich bindende Eigenschaften wie Apfelmus und Co. besitzt Nussmus oder Nussbutter. Für ein Ei nimmst du dafür ganz einfach drei Esslöffel Mandelmus, Erdnussbutter oder Cashewmus, um dein Rezept pflanzlich zu gestalten. Mandelmus eignet sich dabei besonders gut als veganer Ei-Ersatz, da es sehr geschmacksneutral ist. Dagegen ist Erdnussbutter sehr geschmacksintensiv, was in vielen Rezepten aber natürlich gerade gewünscht ist. An sich kannst du aber jedes Nussmus verwenden und tust dir ganz nebenbei noch selbst etwas Gutes. Denn pure Nussmuse sind vollgepackt mit wertvollen Ölen, Eiweißen und Mineralien und sollten eigentlich in keinen Haushalt fehlen!

Chia- und Leinsamen zum Backen

Leinsamen mit Wasser gemischt sind ein guter Ei-Ersatz

Vegan backen ohne Eier – egal ab süßer Kuchen oder kerniges Brot – könnte nicht einfacher sein als mit den vielseitig einsetzbaren Saaten Chia- und Leinsamen. Vor allem letztere sind gerade für umweltbewusste Menschen eine tolle Möglichkeit, in der Küche auf Eier zu verzichten, da sie sie auch in Deutschland und Europa angepflanzt werden können. Doch warum genau ist Leinsamen ein guter Ei-Ersatz? Gemahlene Leinsamen bilden zusammen mit Wasser eine Gel-artige Masse, die von der Konsistenz her schon sehr an raues Eiweiß erinnert. Ebenso wie das tierische Pendant bindet dieses Leinsamen-Ei, oder auch Flax Egg genannt, beim Backen den Teig und ist daher vor allem bei veganen Rezepten sehr beliebt. Für diesen veganen Ei-Ersatz mischst du einfach einen Esslöffel frisch geschrotete oder gemahlene Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser und lässt das Ganze ein paar Minuten einweichen. Mit dem entstandenen Flax Egg kannst du dann ein Ei ersetzen.

Soja- und Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz

Ähnlich wie Lein- oder Chiasamen besitzen auch Soja- und Kichererbsenmehl bindende Eigenschaften, die hervorragend beim veganen Backen zum Einsatz kommen können. Dafür kannst du einfach einen Esslöffel Kirchererbsen- oder Sojamehl mit zwei Esslöffeln Wasser vermengen und kurz quellen lassen. Dieser vegane Ei-Ersatz eignet sich zum Beispiel zum Backen von lockeren Teigen oder Dank seines hohen Proteingehalts auch für herzhafte vegane Omelettes, Quiches oder Muffins. Für die diese beiden Varianten musst du allerdings das Mischverhältnis von Mehl und Wasser etwas anpassen: Für jedes benötigte Ei verührst du drei Esslöffel Kichererbsenmehl mit drei Esslöffel Wasser, bis eine cremige Paste entsteht.

Ähnlich effektiv, aber um Einiges ergiebiger ist Johannisbrotkernmehl. Hier brauchst du nur einen gehäuften Teelöffel Mehl mit 40 ml Wasser vermischen und ersetzt damit gleich ein bis drei Eier! Johannisbrotkernmehl findet sich neben Süßlupinenmehl und Leinsaatmehl übrigens in den meisten Ei-Ersatz-Pulvern, die du im Laden kaufen kannst.

Aquafaba – Veganer Ei-Schnee ohne Ei

No Waste-Tipp: Kichererbsenwasser nicht wegschütten, sondern zu Aquafaba verarbeiten

Lange Zeit galten geschlagenes Eiweiß und damit Köstlichkeiten wie Mousse au Chocolat, Biskuit oder Baiser für Veganer*innen als unerreicht – bis eine unscheinbare, aber alles verändernden Zutat auf der Bildfläche erschien: Aquafaba. Dahinter steckt nicht etwa ein exotisches oder komplett ausgefallenes Produkt, das man nur im Reformhaus bekommt. Denn bei Aquafaba handelt es sich schlicht um das Abtropfwasser von eingelegten Erbsen und Bohnen, das nach der Zubereitung der Hülsenfrüchte oft im Abfluss landet. Beim Wiederverwenden von Aquafaba schlägst du also gleich zwei fliegen mit einer Klappe. Am beliebtesten und am verbreitetsten ist übrigens Kichererbsenwasser, das sich im Handumdrehen zu Eis-Schnee aufschlagen lässt. Wer es nicht probiert hat, wird selber nicht glauben können, wie leicht der vegane Ei-Schnee herzustellen ist. Darum schnapp dir einfach dein Kirchererbsenwasser und dein Handrührgerät und schlage die Masse wie Ei-Schnee auf, bis sie glänzend weiß und fest ist. Nach dem Staunen kannst du deinen veganen Ei-Schnee für süße Desserts, Cremes oder Kuchen verwenden.

Unser Tipp: Rezept für veganes Mousse au Chocolat mit Aquafaba

  • aus nur zwei Zutaten: 240 ml Kichererbsenwasser (entspricht zwei Gläsern) und 140 Gramm Zartbitterschokolade
  • vegane Schokolade sanft im Wasserbad schmelzen
  • Aquafaba aufschlagen
  • geschmolzene Schokolade vorsichtig unter den veganen Ei-Schnee heben
  • nach Belieben mit etwas Kokosblütenzucker oder Vanille verfeinern
  • Schoko–Masse in Gläser füllen und zwei bis drei Stunden kalt stellen
  • Guten Appetit!

Aus Tofu veganes Rührei zaubern

Alleskönner Tofu eignet sich auch für veganes Rührei

Was wäre ein ausgiebiges Frühstück ohne ein deftiges Rührei? Ob du es glaubst oder nicht, aber diesen tierischen Frühstücks-Klassiker kannst du mit ein paar einfachen Zutaten auch vegan herstellen. Grundlage hierfür bildet ganz normaler Tofu, den du mit ein paar Tricks in ein köstliches, veganes Rührei verwandelst. Nimm dir dazu einfach die gewünschte Menge Tofu und zerkleinere ihn in kleine Brösel. Gib nun einen Schuss pflanzliche Milch und die beiden Zauber-Zutaten hinzu: Kala Namak und Kurkumapulver. Das Kurkumapulver gibt deinem veganen Rührei die charakteristische Farbe, während das schwefelhaltige Salz Kala Namak ihm den typischen Ei-Geschmack verleiht. Sei hier anfangs vorsichtiger bei der Dosierung, da Kala Nanak ein sehr intensives Aroma besitzt. Rühre deine Masse durch, schmecke sie nach Belieben ab und gebe sie zusammen mit Zwiebeln, Pilzen oder Gemüse in die Pfanne und brate alles gut durch. Zusammen mit Tomaten und Kräutern erhältst du ein schönes veganes Rührei, das sich nicht verstecken muss.

Seidentofu als cremiger Ei-Ersatz

Im Gegensatz zu herkömmlichem Tofu enthält Seidentofu mehr Flüssigkeit und muss daher als vollkommen anderes Produkt behandelt werden. Du kannst Seidentofu zum Beispiel für cremige Desserts und Soßen verwenden oder eben als Ei-Ersatz beim Backen. Fünf Esslöffel pürierter Seifentofu ersetzen hier ein Ei. Dank seiner Cremigkeit kann Seidentofu als Ei-Alternative für die Füllungen von Quiches und Tartes verwendet werden.

Kala Namak für den typischen Ei-Geschmack

Kurkuma für die richtige Ei-Farbe

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit dem sogenannten „Aquafaba“ in der heimischen Küche gesammelt?
    Falls ja, würdet ihr uns hier ein bisschen was dazu berichten…?

  2. lindajane.lilaworld

    Leinsamen nehme ich oft zum Backen als Eiersatz und auch Bananen.
    Lecker und gesund.

    Das Moussee Rezept werde ich aufjedenfall testen :)

  3. dxratex

    Manche Dinge schmecken sogar noch viel besser mit Bananenpüree oder Apfelmus statt Eiern! Die anderen Ei Ersätze kannte ich noch nicht, werde ich aber auf jeden Fall mal probieren.

  4. kimpoldi

    Ja, genau, der gesunde Mittelweg ist gesund; und dafür gab es doch hier schöne Tipps, oder?

    1. Stargazer

      Genau, der Meinung bin ich auch. Nicht nur Veganer sollten sich intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen.

  5. kimpoldi

    also ich glaube jetzt nicht an diese Rede oben. Aber Ei- Ersatz ist schwierig, ich lese es mir in Ruhe durch …

    1. kimpoldi

      @rede unten! JEDER kann krank werden, jederzeit, vegan kann sehr gesund sein, aber eben auch ungesund, genauso wie eine Fleisch lastige Ernährung

  6. Ich finde es richtig schlimm das man für eine Vegane Ernährung auch noch Werbung macht, da diese sehr gefährlich und ungesund ist. Ich habe eine Freundin die ist mit 25 Jahren in die Wechseljahre gekommen, Grund: Vegane Ernährung, ein Freund von mir hatte mit 28 Zahnausfall, er war dann über ein halbes Jahr im Spital Grund: Vegane Ernährung. Bitte liebe Leute ernährt euch nicht Vegan, dass ist lebensgefährlich

    1. Ich bin da ganz bei dir, Nicki.
      Die vegane Lebensweise ist nicht für jeden geeignet, schon garnicht für Kinder und Schwangere. Wer sich vegan ernähren will, muss sich intensiv damit befassen, um einen Nährstoffmangel auszugleichen und in regelmäßigen Abständen seine Blutwerte kontrollieren lassen.

    2. Spoonybaby

      Dieses Aussage finde ich unmöglich, sorry. Vegan als gefährlich darzustellen…
      Man kann sich natürlich ungesund vegan ernähren, klar aber genauso ist es bei zuviel Fleischkonsum.
      Klar muss man auf ausgewogene Zusammensetzung der Nahrung achten, aber das ist kein Problem.
      Ich bin auch ohne vegane Ernährung früh in die Wechseljahre gekommen…

      1. Vegane Ernährung, bedeutet ein Mangel an Nährstoffen, die der Mensch NUR aus tierischen Nahrungsmitteln decken kann. Auch verschiedene Supplemente decken diesen Bedarf nicht, weil der Körper damit nicht’s anfangen kann, genauso schadet ein zuviel davon. Also ist es gefährlich. Ich finde es richtig, dass man so eine Ernährung nicht so ohne weiteres bewirbt.

      2. Das man sich nicht vegan ernährt, heißt ja nicht, dass man im Überfluss Fleisch konsumiert. Es gibt auch einen gesunden Mittelweg.

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