Wie du weniger Müll produzierst

in Lifestyle, Magazin by Tanja23 Kommentare

Ein Meer voller Plastikmüll, Strände voller Einwegverpackungen und Felder voller Dosen: Die Welt hat ein massives Müllproblem. Laut der Weltbank beträgt das weltweite Müllaufkommen pro Jahr momentan 2,01 Billionen Tonnen. Bis 2050 wird vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung ein 70-prozentiger Anstieg auf 3,4 Billionen Tonnen erwartet. Wenn wir diese Prognose abwenden wollen, stehen wir alle in der Verantwortung und müssen unsere Abfallmengen reduzieren. Der Umwelt zuliebe geben wir dir Tipps, wie du ab sofort weniger Abfall produzierst.

Wenn schon verpackt, dann bitte recyclebar

Dass du beim Einkaufen zur Müllvermeidung lieber Stofftaschen als Plastiktüten verwendest, ist dir wahrscheinlich selber klar. Etwa eine Billion Plastiktüten werden laut der Deutschen Umwelthilfe jedes Jahr benutzt – und nach der Entsorgung zu einer Belastung für die Umwelt. Nur wenige Tüten werden recycelt, wodurch der Zerfall bis zu 500 Jahre dauert. Ähnlich einfach ist es, beim Einkaufen Produkte mit möglichst wenig Verpackung zu bevorzugen. Süßigkeiten sind oft doppelt und dreifach verpackt, während frische Produkte wie Gemüse teils gänzlich ohne Verpackungen auskommen. Wer Getränke kauft, entscheidet sich am besten für Glas- statt Plastikflaschen, weil letztere in mehr als der Hälfte aller Fälle beliebig oft wieder eingeschmolzen werden. Auch Produkte wie Joghurt sind in Gläsern statt Bechern zu haben und so leichter zu recyceln.

Reparieren statt wegwerfen

Wenn du nachhaltiger leben möchtest, werfe grundsätzlich so wenig weg wie möglich. Zum einen trennst du im Alltag deinen Müll, um das Recycling zu erleichtern. Zugleich achtest du aber auch darauf, dass du nur absolut Unbrauchbares entsorgst. Was reparierbar ist, reparierst du. Das gilt ganz besonders für Elektrogeräte, die laut dem Umweltbundesamt in zunehmend kürzerem Abstand durch Neugeräte ersetzt werden. Viele Konsumenten lassen sich beispielsweise deutlich zu oft zur Neuanschaffung von Smartphones verleiten, obwohl die alten Geräte noch funktionieren. Was das Leben der Ware verlängern kann, setzt du umsichtig in die Tat um. So im Falle von Tablets und Handys mit entsprechenden Pflegemaßnahmen und Schutzhüllen, die deine Gadgets vor Beschädigungen bewahren. Sollten Handy und Co. doch irgendwann nicht mehr zu retten sein, gibst du sie an den dafür vorgesehenen Stellen ab. Zum Beispiel bei der Deutschen Umwelthilfe, wo sie sorgsam recycelt werden.

Gemeinsam ist besser

Schon mal von Collaborative Consumption, sogenanntem Kollektivkonsum, gehört? Die Idee: Niemand muss alles besitzen, wenn man die Dinge teilt. Ob es um Car-Sharing oder Rasenmäher geht: Auf Sharing-Plattformen findest du zahlreiche Angebote. Gemeinsamer Besitz ist effizienter und je weniger Menschen etwas anschaffen, desto weniger Müll entsteht auf lange Sicht. Ein ähnliches Prinzip verfolgst du, wenn du in Zukunft tauschst statt kaufst. Von Büchern bis hin zu Kleidungsstücken lässt sich so gut wie alles tauschen. Auch hierfür gibt es im Internet längst zahlreiche Plattformen.

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. Kathi

    Wir haben uns noch nie neue Handys gekauft.
    Mein Mann , mein großer Sohn und Ich nutzen immer nur die abgelegten Handys aus der Verwandschaft. Der Akku ist oft nicht mehr so der Renner, aber das braucht er bei unsrem mini Konsum auch nicht mehr sein :-)

  2. Der WWF hat vor einigen Jahren ein paar Zahlen herausgegeben.
    So soll eine Bohrmaschine pro Jahr gerade Mal 1.5 Minuten laufen, ein Mixer etwa 7 Stunden.
    Da würde Teilen schon Sinn machen.

      1. Allerdings, und wenn man die Bohrmaschine dann mal braucht ist der Akku eh leer und muss erst mal geladen werden…

  3. Was ich sehr schade finde ist, dass eingepackte Sachen oftmals günstiger sind als lose. Selten andersrum erlebt. Das dürfte eigentlich nicht sein…

    1. @MG:
      Ja, das ist mir auch schon aufgefallen! Dabei „verursachen“ die Verpackungen doch ebenfalls Kosten (auch wenn diese wahrscheinlich gering ausfallen, aber trotzdem…).
      Das soll einer verstehen🙄

      1. yesterday

        Die Kosten für die Verpackung sind scheinbar einfach geringer als die die entstehen wenn sie das „ungeschützte“ Obst wegwerfen müssen / nicht so verkaufen können wie sie es wollen, weil keine Verpackung drum rum war. Verrückte Welt

  4. Spirit-Jess

    Müllvermeidung ist echt wichtig. Allerdings scheitert man doch ab und an an der Bequemlichkeit und an Zeitmangel. In unserer Stadt gibt es einen unverpackt-Laden. Gerne möchte ich hier einkkaufen, aber der Einkauf erfordert sehr viel Planung. Die Zeit habe ich meisttens leider noch nicht.

  5. kimpoldi

    in den 80ern hieß es, dass der Transport und die Reinigung der (Glas)Gläser ziemlich viel Energie verbraucht- hat sich dies geändert ???????????

    1. Davon hab ich noch nicht gehört, aber kann ich mir durchaus vorstellen.
      Btw. hab auch mal gelesen, dass es tatsächlich sinniger sein kann Äpfel aus Neuseeland zu kaufen als Heimische, zumindest zu bestimmter Jahreszeit.
      Man täuscht sich da teilweise.

      1. Das mit dem Äpfeln liegt daran, dass sie gekühlt werden müssen bei der Lagerung. Das kostet auch viel Energie. Und da die Saison in Neuseeland um ein halbes Jahr verschoben ist, ist es besser im Frühling die Äpfel von dort zu beziehen anstatt Deutsche Äpfel ein halbes Jahr zu kühlen. Deshalb allgemein versuchen immer nur Sachen zu essen, die gerade Saison haben. Oder Sachen selber anzubauen und einzulagern. Der Keller bleibt auch ohne Kühlung kalt ;)

    2. Nein eigentlich nicht. Je nachdem woher du Sachen beziehst ist Plastik besser, sprich für lange Distanzen. Allerdings verursacht Glas weniger Probleme in der Natur und schwimmt nicht tonnenweise im Meer rum.

  6. Spoonybaby

    Ich versuche auch Müll zu reduzieren, für mich als Veganerin nicht leicht. Ich trinke Sojamilch in meinem Tee, ohne geht leider nicht, Soja Sahne und Sojajoghurt gibt es leider auch nicht in Glas und viele Aufstriche die ich gerne esse usw….
    Das ist echt nicht leicht und der nächste Unverpacktladen ist 60 km entfernt…..
    Wir haben uns nun nach langem überlegen einen neuen Backofen gekauft, der alte war 20 Jahre alt und hatte noch Herdplatten :-))). Reparatur wäre möglich gewesen aber dann wäre sicher was anderes kurze Zeit später daran kaputt gegangen, ist ja meistens so.

    1. Ja, leider ist manches auch einfach nicht möglich im Moment, hoffentlich (davon gehe ich aus) ändert sich das mit der Zeit :) Also findet ein Umdenken statt.

  7. Ich behaupte mal das ich seit je her auf Müll einsparen achte. Hab meine 3 Kinder in Stoff gewickelt. Nie Getränke in Plastikflaschen oder Tetrapak gekauft. Vieles kann man nur schwer umsetzen und bevor ich 20-50 km zum unverpacktladen fahre, kaufe ich es halt verpackt. 🤷‍♀️
    Seit diesem Jahr versuche ich extrem alternatives vor Neukaufen zu finden. Bei Büchern gelingt das m Besten 😂🙈
    Geräte eher reparieren als neu kaufen WÄRE schön, wenn eine Reparatur nicht gleich oder sogar teurer wäre wie neu. Doof aber es ist leider so

  8. Das mit den Glasflaschen ist ein guter Tipp, da achte ich auch als drauf. Finde Glas auch so an sich besser^^

  9. Leider ist das so eine Sache mit der Reparatur von Elektrogeräten:
    heutzutage sind viele moderne Geräte so gebaut (bzw. geklebt/verschweißt), dass sie nicht mehr repariert werden KÖNNEN!
    Und falls sich wider Erwarten doch etwas reparieren lassen würde, zahlt es sich unter’m Strich oft nicht aus, da ein Neukauf des Produktes letztendlich preislich günstiger ist.

    1. Ja das stört mich auf immer. Das dürfte eigentlich echt nicht sein, dass neukaufen günstiger ist als reparieren…

    2. Ein regelmäßiger Tauschkreis funktioniert auch mit den Freundinnen gut. Kann ich nur empfehlen.

    3. Ja, da ist was dran. Ich denke das hat aber auch damit zu tun, ob man sich gleich etwas Teureres holt, dann lohnt sich das schon eher mit dem Reparieren.

      1. yesterday

        Da ist auch noch die Frage:
        wenn ich 5x billiger kaufe oder 1x teurer steige ich von der Lebensdauer in etwa gleich aus, habe aber womöglich dennoch was eingespart. Das was klar sehr teuer ist müsste fairerweise erst deutlich später kaputtgehen. Aber dann kauft ja niemand nochmal das teure, also eher nicht…

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