Tag des Artenschutzes Lebensräume schützen Interview mit PETA

Tag des Artenschutzes – Lebensräume von Tieren und Pflanzen erhalten und schützen

in Magazin von Trang11 Kommentare

Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterzeichnet. Durch das Abkommen sollen bedrohte, wildlebende Arten, sowohl Tiere als auch Pflanzen, geschützt werden, die durch Handelsinteressen gefährdet sind. 2013 ernannte die Generalversammlung der Vereinten Nationen (United Nations General Assembly) schließlich den Tag der Unterzeichnung, also den 3. März zum weltweiten Tag des Artenschutzes. Im Rahmen unserer Becoming Green Kampagne wollen wir auf den heutigen Aktionstag aufmerksam machen und dich für das Thema sensibilisieren. Hierzu haben wir ein spannendes Interview mit PETA geführt, der mit über einer Million Unterstützern größten Tierrechtsorganisation in Deutschland. PETA setzt sich für den Schutz aller Tiere ein.

Tag des Artenschutzes 2021 – Wälder

In diesem Jahr lautet das Motto des Gedenktages „Forests and Livelihoods: Sustaining People and Planet“ (Wälder und Lebensgrundlagen: Erhalt von Mensch und Planet“). Damit möchte die UN auf die zentrale Rolle von Wäldern, Waldarten und deren Ökosystemleistungen für den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen weltweit aufmerksam machen. Etwa 28 Prozent der weltweiten Landfläche werden derzeit von indigenen Völkern bewirtschaftet, darunter einige der ökologisch intaktesten Wälder des Planeten. Von ihren Werten sowie traditionellen Praktiken und Kenntnissen können wir vieles lernen, denn die symbiotische Beziehung, die sie zur Natur pflegen, dient nicht nur dem menschlichen Wohlergehen, sondern auch dem langfristigen Erhalt der Wälder, deren tierischen und pflanzlichen Bewohner und der Ökosysteme.

Artensterben in Deutschland

Allein in Deutschland gelten über 7.000 Tierarten als gefährdet oder sind sogar vom Aussterben bedroht. So ist zum Beispiel der große Tümmler in der deutschen Nord- und Ostsee bereits seit 50 Jahren ausgestorben. Dem Feldhamster und vielen anderen Arten könnte ein ähnliches Schicksal drohen. Dabei ist die biologische Vielfalt das vielleicht wichtigste Gut unseres Planeten. Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen reinigen Wasser und Luft, dienen als Nahrung und Arzneimittel und sorgen für fruchtbare Böden sowie angenehmes Klima.

Ursachen für das Artensterben

Das Aussterben von Arten ist ein natürlicher Prozess. Doch der Mensch beschleunigt diesen Vorgang rapide. So hat die Menschheit laut PETA seit Anbeginn der Zivilisation durch die Zerstörung von Lebensräumen, Überfischung und Wilderei den Verlust von 83 Prozent aller wildlebenden Säugetiere, 80 Prozent der Meerestiere und 15 Prozent der Fische verursacht.

Eine große Mitschuld liegt bei der Tierwirtschaft

Vor allem der Landwirtschaft, dem Bergbau und dem Städtebau sind Lebensräume bedrohter Arten zum Opfer gefallen. Auch der menschengemachte Klimawandel trägt zum Artensterben bei. Wenn sich die Temperatur um zwei Grad Celsius erhöht, würde das bereits das Aussterben von fünf Prozent aller Arten bedeuten. Und da die Fleisch- und Milchindustrie immens hohe Treibhausgasemissionen ausstoßen und Flächen verbrauchen, sieht die gemeinnützige Organisation PETA die Tierwirtschaft in großer Verantwortung für das Artensterben.

PETA setzt sich für eine vegane Lebensweise ein und kämpft so auch gegen das Artensterben und den Klimawandel

Seit 1993 setzt sich PETA („People for the Ethical Treatment of Animals“) nun in Deutschland für die Rechte aller Tiere ein, indem sie Tierquälerei aufdecken, die Öffentlichkeit aufklären und eine achtsame und respektvolle Lebensweise vermitteln. Sie stehen für die Abschaffung der Misshandlung, Diskriminierung und Ausbeutung von Tieren und kämpfen für die Etablierung ihrer Rechte. Wir haben der Tierrechtschutzorganisation anlässlich des World Wildlife Day ein paar Fragen zu ihrer Mission gestellt.

Warum ist eure Arbeit so wichtig?

Wir geben jenen eine Stimme, die nicht für sich selbst sprechen können. Wir setzen uns dafür ein, dass das Ausnutzen von Tieren ein Ende nimmt. Daraus ergeben sich dann weitere positive Effekte, wie eine bessere Gesundheit für Menschen und mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz für unseren Planeten.

Worauf legt ihr bei eurer Arbeit besonders viel Wert?

Als Tierschutzorganisation setzen wir uns für die Rechte aller Tiere ein und klären Menschen über Speziesismus auf. Der Mensch stellt sich als übergeordnetes Lebewesen dar und kategorisiert verschiedene Tierarten willkürlich in wertvoller und weniger wertvoll. So wird zum Beispiel ein Hund geliebt, umhegt und versorgt, eine Kuh oder ein Schwein hingegen, wird gequält und ausgebeutet, obwohl all diese Tiere gleich sind: Alle fühlen Schmerzen, haben Angst und wollen leben.

Welche Entwicklung könnt ihr in den letzten 5/10 Jahren in Sachen Umweltbewusstsein beobachten?

Immer mehr Menschen streben nach einer nachhaltigen Lebensweise und erkennen die direkte Verbindung zwischen tierischen Produkten und Umweltzerstörung. Dazu gehören unter anderem Regenwaldrodungen für Futtermittelanbau, Treibhausgasemissionen, die durch die Methan-Ausscheidungen der Tiere in der Tierhaltung entstehen, immense Wasser- und Ressourcenverschwendung und Verlust der Artenvielfalt durch Lebensraumzerstörung.

Wo seht ihr jetzt noch Verbesserungspotential?

Die Politik hinkt dem gesellschaftlichen Anspruch an dem Umgang mit Tieren viele Jahre hinterher. Schließlich lehnt mittlerweile eine breite Masse die alltägliche Quälerei in den Schlachthöfen, den Ställen oder den Tierversuchslaboren ab. Trotz viel diskutierten schlimmen Missständen wie den Tiertransporten oder der lebenslangen Anbindehaltung von Kühen im Stall sind keine Verbote in Sicht. 

In der Debatte um den Klimawandel wird der riesige Einfluss der Produktion tierischer Produkte zu wenig beachtet. Das muss sich dringend ändern, schließlich schreibt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) der Tierwirtschaft 14,5 % der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – das ist mehr als der gesamte Verkehrssektor.

Was ist euer Wunsch für die Zukunft?

Unsere Vision ist eine Welt ohne Tiernutzung, ohne Tierquälerei und ohne Tiermissbrauch. Eine Welt, in der Tiere weder ausgebeutet noch gequält werden. Eine Welt in der das Wohl aller Lebewesen und der Schutz unseres Planeten Priorität hat.

Euer Nachhaltigkeits-Tipp #1

Die vegane Lebensweise! Mindestens drei Mal am Tag kann sich jeder für eine tierleidfreie und nachhaltigere Mahlzeit entscheiden und mit veganer Ernährung ganz bequem einen riesigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Lebensräume bewahren und aktiv Artenschutz betreiben

Artenschutz ist nicht nur aus ethischen Gründen notwendig. Denn die Lebensräume, die wir durch unsere Lebensweise und unseren Konsum zerstören, sind auch die, auf die wir im Kampf gegen den Klimawandel und dem Erhalt unserer Erde angewiesen sind. Jede*r einzelne von uns kann mit tagtäglichen Entscheidungen dazu beitragen, den Teufelskreis zu beenden. Nur so können wir die Umwelt und die unzähligen Tier- und Pflanzenarten schützen.

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. Ich finde so spezielle Tage sehr wichtig um ein Bewusstsein zu schaffen, auf diese Dinge vermehrt zu achten. Ob es jetzt beim Einkaufen Entscheidungen betrifft oder auch im alltäglichen Leben oder in der Freizeit.

  2. Mein kleiner Sohn sagte letztens: „Msms, wir müssen den Kälbchen aber auch noch Milch übrig lassen.“ Das hat mir wieder gezeigt, dass Kinder es eigentlich im Blut haben, rücksichtsvoll mit Tieren umzugehen. Das macht mir etwas Hoffnung für die Zukunft.

    1. Team

      Da wird einem doch gleich warm ums Herz – Danke für deinen Beitrag!

      Liebe Grüße
      Dein TrendRaider-Team

  3. Tiere haben auch Gefühle, Kühe sind auch Mütter…das könnte man ewig fortsetzen…ja man muss etwas tun und darf den Respekt vor anderen Lebewesen nicht verlieren! Jedes Lebewesen ist es Wert geschätzt zu werden. Das habe ich meiner Tochter von klein auf bei gebracht.

  4. kimpoldi

    Ich esse keine Säugetiere und keine Vögel- seit meinem 12 Lebensjahr. Ab und an esse ich Fisch; bisher hauptsächlich im Urlaub- jetzt ab und an zu Hause. Mit Soja bin ich durch- vertrage ich ohnehin nicht. Hafermilch macht sich aber nur in Kaffee und Pfannkuchen ganz bis sehr gut. Ganz vegan schaffe ich also nicht- aber ich arbeite daran…

  5. Ich nehme das immer niemandem übel, wenn er nicht direkt radikal vegan lebt… aber ich finde es so traurig zu sehen, wie gedankenlos und egoistisch und unachtsam dann doch wiederum andere ihr Leben führen und nicht einen Gedanken an unsere Tiere verschwenden… irgendwann sind sie alle weg, und es heißt bekanntermaßen: man vermisst erst etwas, wenn es bereits weg ist 💯

    1. Sagt ja schon der Name radikal. Mit Rücksichtslosigkeit und Härte vorgehend ….
      Ist bestimmt nicht Sinn und Zweck einer Lebensweise.
      Achtsamkeit, Rücksichtnahme gegenüber jedem Lebewesen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ohne eine Tier und Pflanzenwelt gibt es auch keinen Menschen.

  6. Danke ans TR-Team!
    Da hat man wieder mal was neues erfahren. Ich wusste jedenfalls bisher nichts über den „Tag der Artenvielfalt“ (und das er am 3. März begangen wird).

    1. Upps…
      Ich meinte natürlich den „Tag des ArtenSCHUTZES“ 🙃
      (Aber beides gehört doch irgendwie zusammen)

  7. Eine Welt ohne Tiernutzung …..sag das mal den Inuit in Alaska. Vollkommen Weltfremd. Sollten sich lieber für das einsetzen, was möglich ist. Jeder einzelne von uns kann durch sein Konsumverhalten beeinflussen. Durch die Monukulturen beim Bananen, Avocado, Sojaanbau wird Tier und Pflanzenwelt zerstört.
    3 mal am Tag, tierleidfreie Mahlzeit, soll wahrscheinlich, 3 mal in der Woche. Und das dürfte bei den meisten Menschen eh schon Realität sein.

    1. Wer meint sich mit veganen Hackfleischsorten etwas Gutes zu tun, dem sei gesagt, dass laut Öko Test fast alle Sorten mit Mineralöl verunreinigt und zu salzig sind .
      Es gibt so gut wie kein lierleidfreies Essen. Tatsächlich wird in jeder Form der Landwirtschaft Tieren geschadet. Mindestens dadurch, dass sie von ihrem bisherigen Lebensraum vertrieben werden den Menschen für sich als Ackerland beanspruchen.
      Wenn also behauptet wird, vegan ist lierleidfrei, dann ist das Quatsch.

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