Sei kein Fashion Victim – Tipps für nachhaltige Kleidung

in Lifestyle, Magazin, Trends & Tipps von Joseph

In Bangladesh schufften sich Näherinnen zu Tode und Regenwald wird für Baumwollfelder platt gemacht, während große Modehäuser den Zeitraum zwischen Kollektionen auf wenige Wochen verkürzen. Kurzum, die Textilindustrie hat keinen guten Ruf. Doch wie kannst du nachhaltiger Kleidung kaufen? Wir hätten hier ein paar Vorschläge:

Billigware vermeiden

Nachhaltig Kleidung kaufen trendraider

Billigware wird oft unter katastrophalen Bedingungen produziert.

Ein T-Shirt für 5 € kann nicht nachhaltig produziert worden sein? In der Regel stimmt das. Große Modehäuser drängen in immer kürzeren Intervallen mit neuen Kollektionen auf den Markt. Kleidung wird zum billigen Konsumprodukt. Darunter leiden vor allem die Arbeiter in Asien, wo ein Großteil unserer Kleidung produziert wird. Allerdings stehen bekannte Marken nicht automatisch für menschenwürdige Herstellungsbedingungen. Ein hoher Anteil des Endverkaufspreises geht hier nämlich für teure Werbung und Ladenflächen in Innenstädten drauf. Das es auch fair und billig geht, beweist die Modekette “Takko”. Preislich konkurriert das Unternehmen zwar mit NKD und Kik, bemüht sich aber dennoch um faire Arbeitsbedingungen.

Auf Siegel achten

Siegel sollen dem Verbraucher Sicherheit geben. Oft ist allerdings das Gegenteil der Fall. Bei einer Vielzahl von Siegeln fällt es schwer den Überblick zu behalten. Teilweise schließen sich sogar große Hersteller für “Greenwashing”  zusammen und vergeben nichtssagende Label. Viele Siegel stehen entweder für umweltfreundliche, schadstofffreie Kleidung oder für faire Produktion. Beides zusammen ist selten. Die Website Siegelklarheit verschafft einen Überblick über die meisten Siegel, die im Einzelhandel auftreten. Einzig das GOTS-Siegel steht sowohl für schadstofffreie, als auch fair produzierte Kleidung. Vergeben wird das “Global Organic Textile Standard”-Siegel von einem Zusammenschluss aus verschiedenen Organisationen. Der hohe Standard wird durch regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen und Vor-Ort-Inspektionen gewährleistet.

Auf den Used-Look verzichten

Jeans im Used-Look schaden Mensch und Umwelt. Nachhaltig Kleidung kaufen

Jeans im Used-Look schaden vor allem den Arbeitern in den Betrieben. Daher gilt: Finger weg!

Gerade bei Jeans ist der Used-Look voll im Trend. Um den beliebten Look zu kreieren werden die Kleidungsstücke oft einfach abgeschliffen oder mit Sand bestrahlt. Dabei entstehen mikroskopisch feine Staubpartikel, die sich in den Lungen der Arbeiter ablagern. Die Folge: viele Arbeiter leiden an einer sogenannten Staublunge, einer unheilbare Lungenkrankheit, die das Atmen erschwert und in vielen Fällen tödlich endet. Daher solltest du von Jeans, die auf alt getrimmt sind besser die Finger lassen, oder wenigstens auf faire Arbeitsbedingungen achten. Noch besser: Second Hand kaufen oder die Hose so lange tragen, bis das gewünschte Verschleißlevel erreicht ist.

Keinen (Kunst-)Pelz tragen

Tierschutzorganisationen würden Echtpelz am liebsten komplett aus den Geschäften verbannen. Allerdings kann man in einer offenen Gesellschaft niemanden vorschreiben, was er zu tragen hat. Der Gesetzgeber verpflichtet Hersteller lediglich zu einer genauen Deklaration. Und genau hier liegt das Problem, denn viele Hersteller weisen zwar Kunstpelz aus, Laboranalysen belegen allerdings oft das Gegenteil. Bei einer Vielzahl an getesteten Kleidungsstücken entpuppte sich die als Kunstpelz deklarierte Applikation als Echtpelz. Die Leidtragenden sind Marderhunde, die in China eigens wegen ihres Pelzes gezüchtet und unter schlimmen Bedingungen gehalten und getötet werden. Daher gilt: Hände weg von jeglichen Pelz, egal, was auf dem Etikett steht!

Kleidung aus zweiter Hand schont die Umwelt

Wer Second Hand kauft, schont die Umwelt und setzt ein Zeichen gegen Ressourcenverschwendung. Die Vorteile liegen auf der Hand. Gebrauchte Kleidung hinterlässt quasi keine ökologischen Spuren. Herstellung, Marketing und lange Transportwege entfallen komplett. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch fürs Gewissen. Zudem sind gebraucht auch teure Markenartikel erschwinglich und ein zweiter Lebenszyklus verringert die Verschwendung von Ressourcen. Schau doch mal im nächsten Second Hand Shop vorbei, vielleicht findest du ja hier dein neues Lieblingsteil (Stichwort Vintage). Außerdem helfen Tauschbörsen wie Kleiderkreisel dabei ungewolltes zu verkaufen oder einzutauschen.

Weniger ist mehr

Nachhaltig kleidung kaufen trendraider

Wer nur noch Lieblingsteile im Schrank hat, braucht morgens nicht so lange für die Outfitwahl.

Hand aufs Herz: Wie viele der Kleidungsstücke in deinem Schrank ziehst du wirklich regelmäßig an? Wer regelmäßig neue Klamotten shoppen geht, belastet die Umwelt, denn jedes Stück hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Verantwortungsbewusste Konsumenten sollten nicht jedem Trend hinterherrennen, sondern auf qualitative Kleidung setzten, am besten natürlich von Öko-Labels. Die Vorteile liegen auf der Hand: wer weniger Einkauft, schont die Umwelt. Hochwertige Kleidung hält in der Regel länger und muss seltener ersetzt werden. Und wer weiß, wer nur noch Lieblingsteile im Schrank hängen hat, verbringt vielleicht weniger Zeit mit der Qual der Outfit-Wahl.

Chemie hat in Kleidung nichts zu suchen

Kleidung mit Hinweisen wie “knitterfrei”, “bügelfrei” oder “vor dem Tragen waschen” enthält oft giftige Chemikalien. Die enthaltenen Stoffe sind nicht nur eine Belastung für die Arbeiter in der Produktion, sie gehören auch nicht auf die Haut oder sogar ins Abwasser. Außerdem basieren viele Kunstfasern auf Erdöl und sind nicht abbaubar. Besser sind Naturfasern. Hier ist eine aufwändige chemische Behandlung meist nicht nötig und die Rohstoffe wachsen wortwörtlich am Baum. Besonders empfehlenswert sind Bio-Baumwolle, Leinen, Hanf und Wolle.

Trends muss man teilen...