Parabene, Silikone & PEGs – welche Inhaltsstoffe stecken in deiner Kosmetik?

in Lifestyle, Magazin, Trends & Tipps von Stephanie

Während es früher niemanden interessierte, sollen die Inhaltsstoffe unserer Kosmetik heutzutage bestenfalls komplett natürlichen Ursprungs sein. Der Markt wird überschwemmt mit Naturkosmetik, die auch noch möglichst nachhaltig sein muss und selbstverständlich vegan. Doch weißt du überhaupt, warum PEGs, Parabene und Silikone Kosmetik zugesetzt werden? Wir verraten es dir!

Wofür braucht man eigentlich Parabene als Kosmetikinhaltsstoffe?

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Parabene werden Kosmetika als Konservierungsmittel zugesetzt. Sie erhöhen die Haltbarkeit der Produkte, indem sie die Entwicklung der für den Verderb verantwortlichen Mikroorganismen einschränken. Parabene sorgen also dafür, dass du deine Creme nicht im Kühlschrank aufbewahren musst und sie trotzdem relativ lange benutzen kannst. Parabene sind auch deshalb als Kosmetikinhaltsstoffe so beliebt, weil sie im Produkt gefühlt überhaupt nicht in Erscheinung treten. Ihre Beimischung bewirkt keine Veränderungen bei zum Beispiel der Farbe oder der Konsistenz. Das macht den Austausch für Unternehmen, die ein Produkt ohne Parabene herstellen wollen, nicht so einfach. Viele Alternativen verändern Cremes und Co. in ihrem gewohnten Aussehen und der Konsistenz.

Sind Parabene schädlich für Haut und Umwelt?

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Ob Parabene wirklich schädlich für den Menschen sind, ist wissenschaftlich noch nicht belegt. Bedenklich ist allerdings, dass sie sich im menschlichen Körper ablagern und eine dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnliche Wirkung haben sollen. Bislang konnte diese Wirkung allerdings nur in Tierversuchs-Studien nachgewiesen werden – die Ergebnisse lassen sich dementsprechend nicht so einfach auf den Menschen übertragen. Beruhigend ist das trotzdem nicht gerade, zumal Östrogene erwiesenermaßen das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Vorsicht: Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben gehören zu den Parabenen, die auf keinen Fall als Inhaltsstoff in deine Kosmetik gehören. Alle anderen Parabene gelten laut Bundesamt für Risikobewertung als sicher, solange die Grenzwerte eingehalten werden.

Wie erkennt man Parabene als Inhaltssoffe in Kosmetik?

Parabenzusätze kannst du ganz leicht als Inhaltsstoffe deiner Kosmetik identifizieren. Halte einfach Ausschau nach der Endung -parabene.

Häufig in Kosmetik verwendet: Methylparaben

Wofür braucht man eigentlich Silikone als Kosmetikinhaltsstoffe?

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Früher fand man sie in so ziemlich jedem Kosmetikprodukt – die Silikonöle. Vor allem in Shampoo erregten sie Aufsehen und immer mehr Hersteller bieten mittlerweile silikonfreie Alternativen an. Es geht also offensichtlich auch ohne Silikone. Aber warum werden sie Produkten dann überhaupt zugesetzt? Silikonöle sind Kunststoffe, die aus Erdöl gewonnen werden und in der Regel extrem gut verträglich sind. Sie werden aber vor allem als billiger Ersatz für qualitativ hochwertigere Öle genutzt. Die Wirkung ist zunächst sogar sehr überzeugend. Sie machen Haut und Haar extrem geschmeidig – also genau das, was ein Kosmetikprodukt leisten soll.

Sind Silikone schädlich für Haut und Umwelt?

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Die Silikone, die sich in Körperpflegeprodukten befinden, sind im Prinzip nichts anderes als diejenigen, die du auch im Baumarkt für Heimwerkerarbeiten kaufen kannst. Sie hinterlassen einen Film auf der Haut, der sie zwar nach außen hin geschmeidig wirken lässt, aber keinen Nutzen in Form von Pflege bringt. Im Gegenteil, die Haut ist sowohl nach innen wie auch nach außen hin abgeschirmt. Das natürliche Hautfett kann nicht mehr optimal verteilt werden und das führt nicht selten unter dem Silikonfilm zu Hautunreinheiten. Von außen können auch keine Pflegestoffe in die Haut eindringen. Perfekt also für Abdichtungsarbeiten am Haus, für die Haut jedoch völlig ungeeignet. Zudem können sich Silikone aus Shampoos in den Haaren ansammeln und sie glanzlos und stumpf wirken lassen.

Das wirklich Schlimme an Silikonen ist übrigens, dass sie sich nicht nur in Haut und Haaren anlagern, sondern auch in der Umwelt, weil sie nicht abbaubar sind.

Woran erkenne ich Silikone als Inhaltsstoffe in Kosmetik?

Silikone verstecken sich unter der Endung -cone als Inhaltsstoffe in deiner Kosmetik. Aber auch hinter -oxane oder -conol verbergen sich Silikonverbindungen.

häufig verwendet: Dimethicone

Wofür braucht man eigentlich PEGs als Kosmetikinhaltsstoffe?

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PEG ist die Abkürzung für Polyethylenglycol. Es dient in deinen Kosmetikprodukten zum einen als Emulgator – soll also ölige und wässrige Bestandteile miteinander verbinden. Da Öl und Wasser normalerweise allerhöchstens kurz durch Schütteln oder Rühren miteinander verbunden werden können, wird der Emulgator zugegeben. Dieser fungiert sozusagen als Verbindungsstück für Inhaltsstoffe der Kosmetik, um die unmögliche dauerhafte Ehe zwischen Fett und Wasser zu ermöglichen. Gut zu sehen ist das im täglichen Leben an Mayonaise, bei der das Lecithin aus dem Ei die Rolle des Emulgators übernimmt und sie dickflüssig und cremig hält. Genauso wie die Creme in deinem Tiegel im Badezimmer.

Die fett- und wasserbindenden Eigenschaften machen die PEGs außerdem zu einer waschaktiven Substanz, die vielen Produkten mit einem reinigenden Effekt – wie Shampoos, Zahnpasta, aber auch Waschmitteln – zugesetzt wird. Dir ist der Begriff Tensid als Bezeichnung für Kosmetikinhaltsstoffe bestimmt bekannt. Tenside sind waschaktive Substanzen, also Moleküle, die Schmutzpartikel anziehen, in ihrem Inneren einschließen und anschließend ausgewaschen werden können.

Sind PEGs schädlich für Haut und Umwelt?

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Das Problem der Emulgatoren ist, dass sie nicht nur Schmutz an sich binden. Sie wirken austrocknend, weil Fett, das deine Haut natürlicherweise geschmeidig hält, ebenfalls emulgiert und ausgewaschen wird. Keine gute Nachricht – sollen Pflegecremes doch eigentlich das genaue Gegenteil bewirken. PEGs machen es leichter für Kosmetikinhaltsstoffe in die Haut einzudringen. Problematisch ist jedoch, dass keine Unterscheidung zwischen guten und schlechten Inhaltsstoffen vorgenommen wird und auf diese Weise auch Schadstoffe besser in die Haut eindringen können.

Auch aus Umweltsicht sind die PEGs eher zu meiden. Sie gelangen durch den Abfluss in die Natur und können nur sehr langsam wieder abgebaut werden.

Woran erkenne ich PEGs als Inhaltsstoffe in Kosmetik?

PEGs sind relativ leicht am PEG im Namen zu erkennen. Allerdings handelt es sich bei der Endung -eth ebenfalls um Emulgatoren wie beim häufig verwendeten Natrium-Laureth-Sulfat. Dieses enthält zudem krebserregendes Dioxan. Alternativbegriffe, die von den Herstellern gern genutzt werden, machen dir das Identifizieren dieser Kosmetikinhaltsstoffe nicht gerade leichter.

Natürliche Alternativen zu Parabenen, PEGs und Silikonen

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Möchtest du sichergehen, dass die Inhaltsstoffe deiner Kosmetik frei von im Labor hergestellten Inhaltsstoffen sind, kommst du an zertifizierter Naturkosmetik nicht vorbei. Diese kannst du am Siegel erkennen. Sie enthält natürliche Alternativen zu den beschriebenen Stoffen, wie beispielsweise natürliche Konservierungsstoffe aus Fettsäuren und Zuckern. Diese unterstützen deine Haut in ihrer natürlichen Regeneration. Es kann allerdings eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis sich deine Haut an Kosmetik mit natürlichen Inhaltsstoffen gewöhnt hat.

Tipp: Checke die Inhaltsstoffe deiner Kosmetik mit der Code-Check– oder Tox-Fox-App. Beide zeigen dir bedenkliche Stoffe an und erleichtern die Suche nach Alternativen erheblich.

Benutzt du noch konventionelle Kosmetik oder bist du schon auf Naturkosmetik umgestiegen?

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