Auslandshund adoptieren – Das solltest du beachten

in Magazin by Anni

Nachhaltig Reisen bedeutet nicht nur, auf umweltschonende Verkehrsmittel zu setzen und im Urlaub unnötige Müllproduktion zu vermeiden. Auch für die Tieren in den Ländern, in die du reist, kannst du dich engagieren. Aber wie läuft das eigentlich, wenn man sich im Spanienurlaub Hals über Kopf in den süßen Streuner von der Straße verliebt? Darf man den Vierbeiner einfach mit nach Hause nehmen? Worauf musst du achten und wie kannst du auch Organisationen und Tierheime vor Ort unterstützen? Wir verraten dir, was du alles wissen musst, wenn du einen Auslandshund adoptieren möchtest. 

Warum ein Hund aus dem Ausland?

In vielen beliebten europäischen Reiseländern wie Spanien und Griechenland gehören streunende Hunde und Katzen zum gewohnten Bild. Dem Leben eines Tieres wird hier oftmals nur solange Wert beigemessen, wie es dem Menschen – etwa in der Landwirtschaft – Nutzen bringt. Zudem kommen effektive Kastrationsprogramme oftmals nur langsam voran, weil die politisch Verantwortlichen nur allzu oft an Straßentieren verdienen und an einer wirklichen Lösung nicht interessiert sind. Herrenlose Hunde und Katzen landen hier oftmals in Tötungsstationen, wo sie misshandelt und wie Müll entsorgt werden. Ihr einzige Rettung: Adoption.

Zu den auf der Straße geborenen Vierbeiner kommt eine Vielzahl von Tieren, die von ihren Besitzern, ausgesetzt wurden, weil ihnen diese entweder zu alt oder zu anstrengend geworden sind. Eine Adoption sollte also immer gut überlegt und vorbereitet sein. Ein Straßenhund hat eben immer auch seine ganz eigene Geschichte und muss häufig erst einmal wieder Vertrauen zu den Menschen fassen. Das erfordert oftmals viel Zeit und Geduld. Tierschutzvereine hierzulande unterstützen die Tierheime vor Ort dabei, ihre Schützlinge zu vermitteln.

Was solltest du beachten?

Ein wichtiges Kriterium, wenn du einen Auslandshund adoptieren möchtest, ist daher eine Anlaufstelle im Inland, die bei Problemen hilft und dich beim Adoptionsprozess unterstützt. Dies unterscheidet ganz wesentlich Tierschutzhundeeinfuhr vom Hundehandel. Der Kauf von sogenannten Wühltischwelpen dubioser nicht nachvollziehbarer Herkunft aus dem Ausland, oft über das Internet, unterstützt Tierquälerei nur zusätzlich. Nachfolgend haben wir dir die wichtigsten Punkte zusammengefasst, wenn du dich für einen Hund aus dem Ausland entschieden hast:

1. Achte darauf, dass das Tier durch eine seriöse Tierschutzorganisationen vermittelt wird.

2. Nimm‘ im Vorfeld Kontakt zu den Mitarbeitern auf und erkläre ihnen so ausführlich wie möglich, welche Vorstellungen du vom zukünftigen Hund hast und wie deine privaten Umstände aussehen. Seriöse Vereine werden sich zudem mit einem Besuch bei dir Zuhause einen persönlichen Eindruck von dir und deinen Lebensumständen machen wollen, um einschätzen zu können, ob du als Adoptant*in überhaupt in Frage kommst

3. Ist das Tier bereits in einer Pflegestelle in Deutschland, solltest du die Möglichkeit wahrnehmen, dein neues Familienmitglied vor dem Kauf schon einmal persönlich kennenzulernen. Ist er noch im Ausland, solltest du dich bei deinen Ansprechpartnern genauestens über seinen Charakter und eventuelle gesundheitliche Einschränkungen informieren, um einschätzen zu können, ob du mit diesen umgehen kannst und diese sich mit deinen Lebensumstände vereinbareren lassen. Bedenke: Viele der kleinen Kerle haben schon einiges erlebt und sind nicht selten traumatisiert. Sogenannte Angsthunde brauchen besonders viel Zeit und Geduld. Überlege gut, ob du diese überhaupt aufbringen kannst.

4. Letztlich unterzeichnest du einen sogenannten Schutzvertrag und zahlst eine Schutzgebühr für das Tier, welche die angefallen Kosten (Arztbesuche und Transport) der Tierheime vor Ort abdeckt. Die Gebühr für einen erwachsenen Hund, geimpft, gechippt, entwurmt, kastriert, auf MMK getestet, mit großem Blutbild und mit EU-Heimtierausweis liegt bei 345 Euro. 270 Euro zahlst du für einen Hund ab 8 Jahren bzw. Notfälle.

5. Generell sollte jedes Tier, das du adoptieren möchtest, einen EU-Heimtierausweis haben und mit einem Microchip gekennzeichnet sein. Zudem sollte eine gültige Tollwutimpfung, d.h. mindestens 21 Tage alt, vorliegen. Um illegalem Welpenhadel vorzubeugen, sollte das Tier zudem nicht unter 15 Wochen alt sein. Die erste Tollwutimpfung darf ein Welpe erst im Alter von 12 Wochen erhalten. Ein ausreichender Impfschutz ist somit erst nach weiteren 21 Tagen (15 Wochen) erreicht. 

Seit 2001 besteht in Deutschland zudem für einige Hunderassen wie z.B. Pitbull-Terrier und American Staffordshire Terrier ein Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz. Bestimmte Hunderassen dürfen somit nicht nach Deutschland eingeführt werden. Dies sollte vor Antritt der Reise unbedingt abgeklärt werden.

Passt ein Hund überhaupt in dein Leben?

Neben einer seriösen Vermittlung und den gesetzlichen Bestimmungen solltest du dir auch persönlich einige Fragen stellen, wenn du einen Auslandshund adoptieren möchtest. Schließlich schaffst du dir nicht irgendein neues Spielzeug an, sondern ein Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen. Überlege dir also im Vorfeld folgende Punkte ganz genau. 

  • Passt ein Tier überhaupt in deine Lebensumstände und hast du überhaupt Zeit für  deinen neuen Freund?
  • Bist du dir bewusst, das ein Hund aus dem Ausland viel Zeit und Geduld erfordert und bist du bereit dies zu investieren?
  • Bist du dir bewusst, was ein Haustier kostet und kannst du dir die Ausgaben leisten?
  • Darfst du bei dir/ in deiner Wohnung überhaupt ein Haustier halten?
  • Weißt du wohin mit dem deinem neuen Freund, wenn du in den Urlaub fährst?

Kannst du die Fragen allesamt mit ja beantworten, warten schon viele treue Seelen darauf bei dir ein neues Zuhause zu finden. Wie etwa bei unseren Partnern von Pfotenhilfe Handicap- und Straßenhunde e.V.. Der Verein setzt sich für Vierbeiner sowohl im In- als auch im Ausland ein, die durch ihre Beeinträchtigung ohne Hilfe keine Chance haben. Wir unterstützen das Ganze monatlich mit einer TrendBox, die in einer Tombola verlost wird. Der Gewinn kommt dann einem Tierheim zugute.

Trends muss man teilen...