Qualität statt Quantität: Wie sinnvoll sind teure Produkte?

in Lifestyle, Magazin, Trends & Tipps von Tanja8 Kommentare

Beim Kauf von Haushaltsgeräten, Kleidung und Gebrauchsgegenständen fällt die Entscheidung oft auf preisgünstige Produkte. Dabei bedenken viele Kunden nicht, dass billige Waren in der Regel eine begrenzte Nutzungsdauer haben und bald wieder in der Mülltonne landen und letztendlich wieder neugekauft werden müssen. Ganz nach dem Motto „Wer billig kauft, kauft zweimal“. Die Fragen, die sich daraus ergeben: Sollen jetzt alle nur noch teure Qualitätsware kaufen? Wann machen die teureren Produkte Sinn? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund.

Qualität statt Masse

Teure Produkte zeichnen sich gegenüber billiger Massenware meist durch eine höhere Qualität und längere Lebensdauer aus. Bei Elektrogeräten spielt zusätzlich zum Kaufpreis der Energieverbrauch eine Rolle. Ein Schnäppchen kann sich schnell als wahrer Energiefresser entpuppen. Jedoch sind teure Produkte nicht immer automatisch die besseren und langlebigeren Produkte. Lies Erfahrungs- und Testberichte, bevor du unüberlegt zu viel Geld ausgibst.

Bei elektronischen Geräten Kosten und Nutzen abwägen

Eine teurere Waschmaschine hält meist viele Jahre und Waschgänge länger als eine günstigere Maschinen. Sie ist auch in der Regel energieeffizienter, verbraucht also weniger Strom und Wasser. Waschmaschinen aus einer niedrigen Preiskategorie verbrauchen meist mehr Energie. Bei einer Betriebslaufzeit von mehreren Jahren können sie daher auf die Dauer recht teuer werden. 

Der qualitativ hochwertige Mixer wird dich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einige Koch- und Backrunden länger begleiten als seine kostengünstigere Ausgabe. Auch hier ist Langlebigkeit das entscheidende Kriterium für den Kauf. Hält der Mixer störungsfrei für viele Jahre, hat sich der hohe Anschaffungspreis gelohnt. Stell dir vor der Anschaffung aber auch die Fragen, wie oft und wie intensiv du neue Küchengeräte wie beispielsweise einen Mixer benutzt. Kommt das Gerät nur alle halbe Jahre zum Einsatz, lohnt sich die Anschaffung eines teuren Produkts wahrscheinlich nicht. Wie bei allen Gütern des Alltags solltest du Kosten und tatsächlichen Gebrauch gegenüberstellen.

Ob sich der Kauf eines teuren Kühlschranks rentiert, hängt davon ab, welche Nutzungsdauer zu erwarten ist und wie hoch der Energieverbrauch liegt. 

Hochwertiger Schmuck mit hoher Lebensdauer

Auf lange Haltbarkeit und Qualität solltest du nicht nur bei elektronischen Geräten achten, sondern auch bei Schmuck. Wirf vor dem Kauf einen genauen Blick auf die Materialangaben. Teurer, hochwertiger Schmuck oder eine schöne Uhr aus hochwertigen Materialien begleitet dich meist länger als billige Massenprodukte. Was nützt die preisgünstige schicke Uhr, wenn sie nicht richtig tickt? Besonders bei Uhren kommt es auf Präzisionsarbeit an, die jahrelange Erfahrung verlangt. Wenn dich eine Uhr über einen längeren Zeitraum begleiten soll und dabei noch schlicht und zeitlos ist, lohnt es sich, ein bisschen mehr zu investieren. Beliebt sind zum Beispiel Modelle von Manufakturen, wie zum Beispiel von Omega, da hier nicht nur auf Qualität, sondern auch auf faire Arbeitsbedingungen Wert gelegt wird.

Slow Fashion statt Massenware

Viele Klamotten sind schon nach einem halben Jahr kaputt und wandern in die Mülltonne. Für Kleidungsstücke, die nicht so schnell aus der Mode kommen, lohnt sich der Griff nach hochwertiger Ware. Bei Kleidung macht es auch Sinn, auf bestimmte Stücke zu sparen, wenn man sie sehr oft trägt. Bei einem Blazer, der auch über die Jahre nicht aus der Mode kommt und hochwertig verarbeitet ist, kannst du ohne schlechtes Gewissen zu einem teureren Modell greifen. Zudem ist zu empfehlen, auf Gütesiegel wie Fair Trade, vegane oder Bio-Label mit natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen zu setzen. Beispiele für Marken, die hochwertige Slow Fashion anbieten sind: Hessnatur, Grüne Erde und Twothirds. Bei Kleidung ist weniger oft mehr: Massenware aus Fast Fashion ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sie hält auch oft dem alltäglichen Gebrauch nicht stand und beglückt uns daher nur kurze Zeit.

Tipps:

  • Spare nicht bei Kleidung, die du lange tragen wirst
  • Achte auf bewährte Marken
  • Kaufe eher zeitlose, einfarbige Kleidungsstücke, da Muster schnell aus der Mode kommen
  • Wasche deine teuren Lieblingsstücke besser schonend von Hand

Teure Produkte nicht gleich entsorgen

Irgendwann gehen auch die Geräte kaputt, für die du einmal viel Geld ausgegeben hast. Bevor du ein defektes Gerät wegwirfst, dessen Reparatur sich laut Hersteller nicht mehr lohnt, frag doch mal bei einem Repair Café an. Hier bekommst du für wenig Geld professionelle Hilfe von meist ehrenamtlich engagierten Mitarbeitern. In Repair Cafés wird sich um verschiedene Geräte, Kleidung, Möbel, Fahrräder und viele mehr gekümmert. Mit etwas Glück „leben“ deine Geräte oder sonstige Gegenstände dadurch noch etwas länger. Alternativ kannst du deine alten Geräte auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigen an Bastler abgeben. Denn nur weil ein Produkt für dich keinen Nutzen mehr hat, heißt das nicht, dass es komplett wertlos ist.

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. Bei Geräten vergleiche ich vorab Energie, Langlebigkeit, Materialien usw. Meistens sind die billigen Produkte wirklich schlecht verarbeitet und gehen häufiger kaputt. Auch bei Schuhen und Haushaltsartikel achte ich auf Qualität, weil sie einfach länger halten. Das hat natürlich seinen Preis, aber ich kaufe mir nur Dinge, wenn ich sie wirklich benötige.

  2. Leider ist es bei Marken manchmal auch so, dass die nicht länger halten, als billigere (oft 2.Marken der „Großen“) – ich hab auch die besten Erfahrungen im Mittelpreissegment gemacht. Aber ich denke, pauschal kann man das nicht so sagen. Und wenn ich dann lese, dass bei den Markenmodeartikeln auch „nur“ Polyester zum Einsatz kommt, vergeht mir der Kauf sowieso…

    1. Da geht es mir ganz ähnlich. Ich beziehe auch gern eigene Erfahrungswerte oder aus dem Bekanntenkreis mit ein. Pauschal ist es wirklich schwer zu sagen. Man kann in beide Richtungen enttäuscht oder positiv überrascht werden.

  3. Bei so Sachen wie Kühlschrank oder Gefriertruhe sollte man wirklich auf den Energieverbrauch schauen. Da spart man sich längerfristig mehr ein, als man zusätzlich gezahlt hat.

  4. Ich finde da muss man immer auch ein bisschen abwägen um was es geht. Als wir zb für unsere Wohnung eine Spülmaschine gebraucht haben, meinte der Verkäufer die High-end-produkte sparen kaum mehr Energie ein und wenn man ehrlich ist, benutzt man ja doch meistens die gleichen Programme und wären somit nur rausgeschmissenes Geld. Zu günstig ist aus oben genannten Gründen auch nicht gut. Und so ist es ja oft…
    Bei Schuhen halten bei mir alle nicht so arg lang, egal ob teuer oder nicht. Trage aber auch immer nur das gleiche paar bis es abgelaufen ist. Deshalb achte ich da vor allem drauf, dass sie bequem und zu möglichst vielem passt.
    Basic-Kleidung kaufe ich meistens beim Discounter, da sind sie meistens Bio/fairtrade zertifiziert und Kosten trotzdem nur ein Bruchteil, weil keine Marke drauf prangt. Dann kann ich mir zum Ausgleich auch Mal teure, faire Kleidung leisten :)

  5. Solange man sich Gedanken darüber macht, wofür man wieviel Geld ausgibt (und warum), ist doch schon viel gewonnen.

  6. yesterday

    Es kommt halt oft aufs Gleiche raus, salopp gesagt.
    Die günstigen Schuhe kosten 20 Euro und halten ein Jahr. Die teuren 60 und halten drei Jahre. Nur ein Beispiel.
    Natürlich nicht immer aufs Monat genau allgemein gültig. Aber wer das schon öfter beobachtet hat denkt dann noch: „ist das ein Ding, das auch repariert werden könnte?“ und tendiert dann je nachdem was dabei rauskommt, zum teuren oder günstigen.
    Oder – wenns aufs Gleich rauskommt – hat eben grade nicht den ganzen Betrag verfügbar (fürs Teurere, Langlebigere) und kauft dann eben 3x günstiger weil das kleinere Summen sind. Ist er jetzt ein „schlechterer Mensch“?

    1. Ich habe die besten Erfahrungen mit der „mittleren Preisklasse“ gemacht. Sehr günstige Produkte sind oft nicht so langlebig, bei sehr teuren Produkten zahlt man gefühlt für den Markennamen mit. Oder teure Produkte im „Sale“ kaufen.

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