Überfischung bedroht Artenvielfalt der Meere

in Magazin von Julia4 Kommentare

Kaum ein anderer Lebensraum bietet solch eine Artendiversität wie das Meer. Zu Zeiten des traditionellen Fischfangs waren Fischschwärme stets in der Lage, sich trotzdem entsprechend fortzupflanzen. Gefahrenpotenzial war nicht zu erkennen. Doch seitdem im Fischfang vornehmlich industrielle Methoden angewandt werden, leidet eine Vielzahl von Arten an Überfischung. Sie sterben aus oder siedeln um. 

Dass dadurch das gesamte Ökosystem gefährdet ist, wissen viele nicht. Eine Art mehr oder weniger, was macht das schon aus? Eine ganze Menge! Unser gesamter Planet ist vom Ökosystem Meer abhängig. Kippen die Gewässer, gefährdet das ausnahmslos jedes Lebewesen – auch den Menschen.

Gefahren für das Ökosystem Meer

Im Mittelmeer finden sich 10.000 bis zu 12.000 verschiedene Arten an Lebewesen. Damit bietet dieser Lebensraum eine der höchsten Biodiversitäten weltweit. In den vergangenen 50 Jahren sind jedoch bereits 34 % der Fischbestände und 41 % der Meeressäugetiere ausgestorben oder umgesiedelt. Grund dafür ist einerseits die industrielle Fischerei: 93 % der Fischbestände sind laut der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission überfischt, beispielsweise die europäische Sardelle. Zudem bedingt dies die Nahrungsknappheit im Lebensraum Meer, weshalb Arten abwandern müssen. Der Mensch zerstört somit das stabile Natursystem “fressen und gefressen werden”. Es entsteht ein Ungleichgewicht der Artenvielfalt, welches das gesamte Ökosystem bedroht. Doch damit nicht genug. Auch der Klimawandel und die drastische Zunahme an Umweltverschmutzung bürgen weitere Gefahren für Fische, Meeressäugetiere und Pflanzen.

Überfischung – der Hauptübeltäter

Traditioneller Fischfang bot den Meeresbewohnern die Möglichkeit, sich und deren Umgebung zu regenieren. Doch mit dem Aufkommen industrieller Fangmethoden wurde dies schlichtweg übergangen. So reichen moderne Apperaturen immer tiefer auf den Meeresgrund. Dort lebende Tiere und Pflanzen sind jedoch deutlich empfindlicher als in höheren Meereslagen. Sie pflanzen sich später fort und benötigen mehr Zeit zum Regenieren – wenn sie dazu überhaupt fähig sind. Der industrielle Fischfang erhöht also nicht nur die Fangquote, sondern zerstört auch empfindlichste Lebewesen und Ökosysteme auf dem Meeresboden. Des Weiteren verenden jährlich über 30 Millionen Tonnen Lebewesen als Beifang.

Illegale Fischerei

Die langfristigen Gefahren von Überfischung erkannten Forscher schon früh. Doch die zugelassenen Fischfangquoten überschreiten die wissenschaftliche Empfehlung. Zudem stellt illegale Fischerei eine große Gefahr dar. Dazu fahren die Fischer in Gebiete raus, die kaum oder gar nicht überwacht werden. Dort beuten sie die Artenvielfalt aus und schädigen das Ökosystem nachhaltig. Aber wieso fängt die Fischindustrie mehr Fisch, als sich selbstständig nachpflanzen kann? Temporärer Gewinn ist für die Unternehmen oft wichtiger als langfristig nachhaltige Fischerei. Die Fischer beachten dabei nicht, dass vor allem die für die Branche wichtigen Fischbestände betroffen sein werden. Ein Zusammenbruch der Fischerindustrie wäre somit unumgänglich, sofern nicht entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Was ist zu tun?

Um dem Zusammenbruch entgegen zu wirken, sind sofortige Maßnahmen notwendig. Die Fangquoten müssen an wissenschaftliche Empfehlungen angepasst und dementsprechend auch kontrolliert werden – überall. Doch das übersteigt natürlich die Kompetenzen des Normalverbrauchers. Was kannst du als Einzelperson also tun? Es ist wichtig, Fisch und Meeresfrüchte bewusst zu genießen. Frage nach, woher der Fisch stammt. Das ist als Konsument dein gutes Recht. Gegebenenfalls solltest du entsprechende Arten aus gefährdeten Gebieten vermeiden. Dazu findest du unterschiedlichste Fischratgeber. Diese empfehlen je nach Herkunft, welche Fischsorten du guten Gewissens genießen kannst – und welche nicht. Den Ratgeber von Greenpeace gibt es sogar als App.

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. Ich esse kaum noch Fisch, weil man gar nicht wirklich nachvollziehen kann woher der Fisch kommt.
    Es ist so unglaublich traurig, wie wir alle mit unseren Ressourcen umgehen.

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