The Ocean Clean Up – wie ein Student die Weltmeere säubert

in Magazin von Joseph

Bald könnten die dünnen Plastikröhrchen Geschichte sein. Rewe und Lidl kündigten bereits an, dass sie ihn aus ihrem Sortiment streichen wollen und auch die Restaurantkette Sausalitos bietet zukünftig eine Art Makaroni statt Strohhalm an. Langsam setzt sich auch in der Politik die Erkenntnis durch, dass Plastikmüll ein globales Problem darstellt. Der Strohhalm ist hier jedoch eher Symptom, als Ursache. Schließlich machen die kleinen Halme nur einen Bruchteil des globalen Plastikmülls aus. 

In unseren Ozeanen schwimmen schätzungsweise mehr als 5 Trillionnen Plastikteile – ausgeschrieben sieht das so aus: 5000000000000000000.

Alarmierende Zahlen, doch was wird dagegen unternommen? Nun, schon lange bevor Brüssel, EU oder gar Washington aktiv wurden, hatte Boyan Slat aus den Niederlanden das Ausmaß des Problems erkannt und beschloss aktiv zu werden. Schnell war klar, dass große Probleme große Lösungen brauchen: Daher gründete der damals 18-Jährige die NGO „The Ocean Clean Up“, die sich dem Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Ozeanen verschrieben hat. Mittlerweile arbeitet ein Team aus über 70 Wissenschaftlern und Ingenieuren daran, unsere Weltmeere zu reinigen.

Große Probleme brauchen große Lösungen

The Ocean Clean Up Trendraider

Im Mai 2018 wurde ein 120m langer Prototyp im Pazifik getestet.

Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. The Ocean Clean Up hat die erste funktionierende Methode entwickelt, mit der die Ozeane vom Plastik befreit werden können. Ein Großteil des Mülls gelangt in zirkulierende Strömungen, auch Wirbel genannt. Wenn Plastik erstmal in die gigantischen Wirbel gelangt ist, zerfällt es langsam zu Mikroplastik und wird damit leicht von Meereslebewesen für Futter gehalten. Gegen den Ansatz, das Plastik mit Schiffen und Netzen abzufischen, sprechen einige Punkte: Es kostet zu viel Geld, Zeit und Arbeitskraft, und führt zu hohen CO2-Emissionen und ungewolltem Beifang. Daher kam dem Niederlände einer zündende Idee:

Am 08. September wird das Clean Up System 001 im Pazifik zu Wasser gelassen. Die U-förmige Konstruktion soll den Plastikmüll bündeln.

Gigantische Käscher sollen Plastik einfangen

Die riesige Vorrichtung bewegt sich, ähnlich dem Plastikmüll, durch die Kraft der Strömungen fort und besteht aus zwei Komponenten: ein 600m langer, schwimmender Schlauch, an dem eine Art drei Meter tiefer Vorhang angebracht ist. Während der Schlauch oben für Auftrieb sorgt, verhindert der Vorhang, dass Müll darunter hinweg schwimmen kann. Da das System schneller als der Müll im Ozean treibt, sammelt sich der gefangene Müll in der Mitte der U-förmigen Vorrichtung. Alle paar Wochen wird der so gesammelte Müll von einem Schiff eingesammelt und an Land ordnungsgemäß recycelt.

„FOR SOCIETY TO PROGRESS, WE SHOULD NOT ONLY MOVE FORWARD BUT ALSO

5€ pro verkaufter Flasche gehen direkt an „The Ocean Clean Up“

CLEAN UP AFTER OURSELVES.“

– BOYAN SLAT, CEO & FOUNDER

Am 08. September startet das gigantische Projekt im Pazifischen Ozean. Ziel ist es den sogenannten Great Pacific Garbage Patch, eine Ansammlung von Plastikmüll ungefähr so groß wie Mitteleuropa und ca. 80.000 Tonnen schwer, innerhalb von fünf Jahren um die Hälfte zu dezimieren. Ist dies erfolgreich, sollen ähnliche Systeme auch in den vier anderen großen Meereswirbeln zum Einsatz kommen.

Unterstütze „The Ocean Clean Up“

Du denkst auch, dass Plastikmüll im Meer eines der größten Umweltprobleme ist? Dann unterstütze die NGO mit deiner Spende! Auch wir unterstützen „The Ocean Clean Up“ mit 5€ pro verkaufter „Elements“-Flasche. Weiter Infos findest du auf unserer Projektseite.

Bildnachweis: © The Ocean Clean Up 2018

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