Kostbarer Abfall: Wie Upcycling das Leben verschönert

in Magazin, Trends & Tipps von Anni27 Kommentare

Das englische Verb „recycle“ bedeutet wörtlich übersetzt „zurückführen“. Im Zuge der Umweltbewegung hat sich der Begriff „Recycling“ international etabliert. Heutzutage verstehen wir darunter alle Prozesse, die Müll für die Herstellung neuer Produkte wiederverwerten. Ziel dabei ist es, möglichst alle Stoffe in den Wirtschaftskreislauf „zurückzuführen“.  So kann Altpapier beispielsweise zu neuen Schulheften, Zeitungen oder Toilettenpapier werden. Abgesehen von der Mülltrennung haben wir mit solchen Recycling-Prozessen im Alltag wenig zu tun. Sobald das Altglas in der Tonne landet, ist es aus den Augen und aus dem Sinn. Anders verhält es sich bei „Upcycling“. Dieser DIY-Trend erfreut sich aktuell vor allem in der Modeszene immer größerer Beliebtheit. Anstatt alte oder kaputte Gegenstände der Massenindustrie zu überlassen, können wir auch selbst Hand anlegen und aus scheinbar nutzlosem Krempel ungeahnte Schätze hervorbringen. Wie das funktioniert, was man dafür braucht, und warum man damit die Welt zu einem schöneren Ort macht, verrät dieser Artikel. 

Die Idee hinter Upcycling

Wie der Name bereits andeutet, zielt Up-Cycling darauf ab, Stoffe nicht nur wieder-, sondern vor allem aufzuwerten. Herkömmliche Recyclingmethoden können meist nur sogenannte Sekundärrohstoffe hervorbringen. Dies bedeutet, dass Produkte aus Altpapier oder Altglas oftmals eine minderwertige Qualität haben, weil viele herausragende Eigenschaften der ursprünglichen Stoffe im Verarbeitungsprozess verloren gehen. Deshalb bezeichnen kritische Stimmen solche Verfahren auch als „Downcycling“. Im Gegensatz dazu geht es beim Upcycling darum, den Wert von wiederverwendetem Material zu steigern. So sollen mit möglichst geringem Aufwand zweitklassige Abfallprodukte in erstklassige Einzelstücke umgewandelt werden. 

Tipps für Einsteiger

In der heutigen Wegwerfgesellschaft übersehen wir oftmals, welchen Mehrwert wir aus scheinbar nutzlosen Dingen noch gewinnen können. Gerade alte Klamotten kommen nahezu überall im Haushalt zum Einsatz. Dafür braucht es nicht viel mehr als eine Portion Kreativität. Wem noch die richtige Idee fehlt, kann sich von einem kostenlosen E-Book inspirieren lassen. Dort finden Interessierte verschiedene Beispielprojekte inklusive DIY-Anleitungen. Mit dieser Starthilfe können ein paar Handgriffe aus einer abgetragenen Jeans schnell und einfach originelle Accessoires oder multifunktionale Gebrauchsgegenstände zaubern. 

Kreativ werden und Geld sparen

Grundsätzlich sind Bastel- und Nähbegeisterten beim Upcyceln keine Grenzen gesetzt. Je nachdem, ob ein Kleidungsstück noch tragbar ist oder bereits in seine Einzelteile zerfällt, bieten sich verschiedene Optionen an.

Aus „alt“ mach „neu“

Selbst wenn eine Jacke oder Hose nicht mehr ganz makellos aussieht, ist das kein Grund, sich endgültig von ihr zu verabschieden. Ein Knopf ist abgefallen? Mit Nadel und Faden ist im Nu ein kunterbunter Mix aus Vintage-Knöpfen kreiert oder ein komplett neues Set angenäht. Wer sich nicht von der zerrissenen Lieblingsjeans trennen kann, muss nicht einmal zu Nähzeug greifen. Ein paar Schnitte hier, zwei, drei gekonnte Risse da, und schon ist ein trendiges Modell im „Destroyed“- oder „Ripped“-Design vollendet. Für solche Looks zahlt man bei einem Neukauf gut und gerne Preise im dreistelligen Bereich.

Aus „alt“ mach „anders“

Wer kennt das nicht: Eigentlich ist die alte Jeans noch in einwandfreiem Zustand, aber seit Jahren hängt sie nur noch im Schrank. Wenn ein Kleidungsstück aus der Mode gekommen ist, reichen oftmals schon wenige Details, um sie wieder ausgehtauglich zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mit individuellen Aufnähern oder ausgefallenen Knöpfen? Solche kleinen Schmuckstücke gibt es auf jedem Flohmarkt zum Schnäppchenpreis. Anstatt teures Geld für eine neue Jeans auszugeben, kann man so auch mit ein paar Euro der Garderobe ein Upgrade verpassen.

Aus „alt“ mach „neu & anders“

Abgetragene Klamotten finden auch außerhalb des Kleiderschranks Verwendung. Gerade Jeansstoff beweist sich in der Bastelwerkstatt als Allround-Talent. Das robuste Material eignet sich nicht nur für Handtaschen und Lunchbags, sondern zum Beispiel auch als Buchdeckel. Wer keine Nähmaschine zur Hand hat, aber dafür genügend Fingergeschick besitzt, kann eine Jeans sogar in einen Teppich verwandeln. Dazu schneidet man die Hose zunächst in dünne Streifen und verflechtet diese im nächsten Schritt zu einem Fußabstreifer oder Badevorleger. 

Trends muss man teilen...

Kommentare

  1. yesterday

    Ich hab schon einen großen Stapel alter T-shirts hier, aus denen ich (wenn Zeit ist^^) mal Stofftaschen nähen will. Hab mir schon alles “freestyle” mal aufgezeichnet – kennt jemand von euch da eine Anleitung für so etwas?

    1. Hoffile

      Ich habe einen Vorschlag für dich! :P

      Brauchen tust du extra zu einem Ein T-Shirt noch Schere und Lineal.

      1. Mit der Schere einmal entlang des Ausschnittes des T-Shirts schneiden und den Kragen entfernen.

      2. Auf beiden Seiten die Ärmel entlang der Naht abschneiden, so dass eine Art Tank-Top entsteht.

      3.Jetzt kommt das Lineal zum Einsatz. Den unteren Teil des T-Shirts gleichmäßig einschneiden. Dazu entlang des Lineals etwa 10-12cm weit schneiden und mit einem Zentimeter Abstand den nächsten Schnitt ansetzen. So lange fortführen, bis das gesamte T-Shirt unten eingeschnitten ist und viele kleine Streifen entstehen.

      4. Als nächstes den Anfang des Streifens gut festhalten und den Streifen in die Länge ziehen, bis er sich ausdehnt und verlängert. Diese Prozedur bei jedem Streifen wiederholen.

      5 Nun nur noch die jeweils beiden aufeinanderliegenden Streifen mit einem Doppelknoten fest verknoten.

      FERTIG :D

      1. yesterday

        Danke, das kenne ich schon. Ich peile da eher “richtige” Taschen mit Stoffhenkel an. :-)

  2. Hobbit

    Ich hab mir übrigens auferlegt: wenn 1 Teil neu kommt, müssen 2 Teile weichen. Das schränkt den Kaufrausch doch gut ein.

    1. Das habe ich noch nicht gehört, nur immer 1:1, so schränkt es wirklich gut ein.

      1. Hobbit

        Ich hatte Klamotten für 4-5 Personen. Jetzt habe ich durch 2:1 deutlich reduziert, bin jetzt so bei Volumen für 2 Personen. Es war sehr befreiend. Und mein Kleiderschrank ist jetzt aufgeräumt und übersichtlich.

    2. Hoffile

      Das ist natürlich auch sehr clever deine Variante. :D
      Ich gehöre zu den Frauen die Shoppen nicht mögen. Ich geh in ein Laden laufe durch und entweder ja oder nein. Dieses Stundenlange anprobieren ist absolut nicht meins. Da bekomme Schlechte Laune.
      Ich hole für mich nur wenn es sein muss aber auch ich habe einen Sehr großen Schrank voll aber kommt selten was dazu. Ich hol eher was für meinen Sohn was Kleidung angeht.

      Zum Thema noch …
      Mein Sohn trägt gerne von H&M diese Jogger Hosen ( 3 für 2 ) und wenn die zu Kurz werden dann mach ich kurze Hosen noch draus und der Rest von der Hose gehen an eine Bekannte. Ich hab aber schon eine Idee ich sammle von Jeder Hose ein Stück und will wenn er 18 wird eine Decke draus machen lassen dann. :D :p

      1. Ich mag auch kein stundenlanges Shoppen. Bei meinen Kleidungsstücken weiß ich sofort, ob mir etwas gefällt oder nicht, muss nur die richtige Größe finden. Bei kleinen Kindern klappt es noch relativ einfach und schnell bei den Basics. Bei Teenagern ist es meistens nur noch super anstrengend…

  3. Gast

    Ich bin nicht so der Basteltyp aber ich schaue gerne mal in dem E-Book nach, ob dort nicht doch was zu finden ist, was ích umsetzen kann oder finde inspirierende Ideen für die Zukunft :)

  4. Zeit wirds, dass zunehmend ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil entwickelt wird. Viel zu schnell werden Dinge aufgrund kleiner Makel weggeworfen. Dabei könnten daraus noch tolle andere Dinge entstehen.

    1. Hoffile

      Ja,da geb ich dir recht! Ein Makel muss weg und schnell entsorgt werden. So denken viele heutzutage. Es gibt zum Glück immer diese sogenannten Ausnahmen! (:

  5. Hoffile

    Ideen habe ich sehr viele aber nähen kann ich nicht. !!
    Mein Beste Freundin näht viel und sie setzt immer meine Ideen um.

  6. ich finde es immer toll was so aus aussortierten Dingen gemacht wird. leider habe ich zwei linke Hände was solche Sachen angeht…

  7. Danke, liebes TR-Team, für den Link zum kostenlosen E-Book für DIY-Projekte. Ich werde versuchen es demnächst mal runterzuladen.
    Vielleicht ist ja eine brauchbare Idee für mich dabei…

    1. Ich kann mich dem nur anschließen und hoffe auch, dass eine (recht einfach umsetzbare) Idee dabei ist.

  8. Bei mir wird auch alles verarbeitet – Zeitschriften werden zu Geschenkpapier, Füllmaterial für Pakete, schöne Motive werden zu Collagen in Lesezeichen, Karten oder auch größeren Projekten
    Die Tüten vom Bäcker, werden zu Mülltüten. (nicht jeder Bäcker packt Dir die Brötchen in deinen Baumwollbeutel, Augen roll)
    alte Gardinen und Tüllstoffe werden zu Abwiegebeuteln für Gemüse und Obst.
    aus Jeansbeinen habe ich Beutel für Geschenkpapierrollen genäht, die passe einfach nicht in die normalen Taschen.
    Jeans sind eh ein tolles Material und auf Pinterest gibt es sooooo viel tolle Projekte.
    aus einem Herrenhemd hab ich mal ne Carmenbluse genäht und die “alten” weißen Bettlaken sind entweder Futterstoff oder werden zu Geschirrtüchern verarbeitet.
    die guten Stücke von alten Handtüchern werden zu Abschminkpads oder zu Putzlappen.
    Konservengläser werden aufbewahrt und wieder zum Einkochen vom Gartengemüse verwendet
    Blechkonserven können, wenn der Deckel ohne Schnittkanten aufgedengelt wurde auch zu Stiftehaltern…… werden
    dunkle Glasflaschen mit Schraubverschluss werden zum Ansetzen von Likör und Essig verwendet.
    es gibt so viel Verwendungsmöglichkeiten für all die Dinge, die man eigentlich wegwerfen würde

    1. Hobbit

      Hey @Amazone, das sind echt tolle Ideen. Ich merke man lernt immer wieder noch hinzu.

    2. Die Brot-Papiertüten nutze ich ebenfalls noch als Abfall-Beutel für den Biomüll.
      (Die handelsüblichen Folienbeutel aus Maisstärke dürfen über unsere Biomüll-Tonne gar nicht entsorgt werden.)

    3. kimpoldi

      Du bist da so wahnsinnig kreativ, aber bis auf das Geschenkpapier aus Heften/Büchern bin ich leider noch nicht drüber weg gekommen… Viele Grüße :)

  9. Spoonybaby

    Ich kann leider auch nicht nähen, dabei habe ich eine Schwiegermutter die Schneiderin von Beruf ist, und nun ärgere ich mich, das ich nicht bei ihr in die “Schule” gegangen bin…

    1. meine Oma war auch Schneiderin, bei ihr habe ich nichts lernen können, ihr dauerte das immer zu lange und dann hat sie es fertig gemacht. Nähen habe ich mir mit 16 selber beigebracht und dann aus Zeitschriften und später auf Videos gelernt.

  10. Das E-book habe ich mir jetzt noch nicht runtergeladen, aber die auf der Seite erwähnte website dawanda gibt es leider ncht mehr.
    Upcycling/recyceln ist aber immer eine gute Idee!

  11. Hobbit

    Ich kann leider nicht nähen, aber ich habe schon ganz viele Sachen individuell gestaltet. Es macht Spass und gefällt mir. Ich schreib mal morgen was das alles so war … nun muss ich dringend ins Mäusenest 😊😊

    1. Hobbit

      Ich hab viele Teile z.B. aus den TR Boxen aufgepimpt. Ich mag ja weiss so überhaupt nicht. Da hab ich 2 Shirts in tollen Farben umgefärbt und die Beanie auch, die hat dann noch tolle Holzknöpfe dran bekommen. Auch das Hammamtuch ist jetzt bei mir in einem tollen blau.

  12. Mrs. M.

    Mein Nähzimmer sieht aus wie ein Second Hand Laden, da ich alles noch zum recycling & nähen gebrauchen kann:)

    1. oh, das kenne ich, ich hebe auch alles auf und verarbeite es dann.

Schreibe einen Kommentar