Kostbarer Abfall: Wie Upcycling das Leben verschönert

in Magazin, Trends & Tipps by Anni

Das englische Verb „recycle“ bedeutet wörtlich übersetzt „zurückführen“. Im Zuge der Umweltbewegung hat sich der Begriff „Recycling“ international etabliert. Heutzutage verstehen wir darunter alle Prozesse, die Müll für die Herstellung neuer Produkte wiederverwerten. Ziel dabei ist es, möglichst alle Stoffe in den Wirtschaftskreislauf „zurückzuführen“.  So kann Altpapier beispielsweise zu neuen Schulheften, Zeitungen oder Toilettenpapier werden. Abgesehen von der Mülltrennung haben wir mit solchen Recycling-Prozessen im Alltag wenig zu tun. Sobald das Altglas in der Tonne landet, ist es aus den Augen und aus dem Sinn. Anders verhält es sich bei „Upcycling“. Dieser DIY-Trend erfreut sich aktuell vor allem in der Modeszene immer größerer Beliebtheit. Anstatt alte oder kaputte Gegenstände der Massenindustrie zu überlassen, können wir auch selbst Hand anlegen und aus scheinbar nutzlosem Krempel ungeahnte Schätze hervorbringen. Wie das funktioniert, was man dafür braucht, und warum man damit die Welt zu einem schöneren Ort macht, verrät dieser Artikel. 

Die Idee hinter Upcycling

Wie der Name bereits andeutet, zielt Up-Cycling darauf ab, Stoffe nicht nur wieder-, sondern vor allem aufzuwerten. Herkömmliche Recyclingmethoden können meist nur sogenannte Sekundärrohstoffe hervorbringen. Dies bedeutet, dass Produkte aus Altpapier oder Altglas oftmals eine minderwertige Qualität haben, weil viele herausragende Eigenschaften der ursprünglichen Stoffe im Verarbeitungsprozess verloren gehen. Deshalb bezeichnen kritische Stimmen solche Verfahren auch als „Downcycling“. Im Gegensatz dazu geht es beim Upcycling darum, den Wert von wiederverwendetem Material zu steigern. So sollen mit möglichst geringem Aufwand zweitklassige Abfallprodukte in erstklassige Einzelstücke umgewandelt werden. 

Tipps für Einsteiger

In der heutigen Wegwerfgesellschaft übersehen wir oftmals, welchen Mehrwert wir aus scheinbar nutzlosen Dingen noch gewinnen können. Gerade alte Klamotten kommen nahezu überall im Haushalt zum Einsatz. Dafür braucht es nicht viel mehr als eine Portion Kreativität. Wem noch die richtige Idee fehlt, kann sich von einem kostenlosen E-Book inspirieren lassen. Dort finden Interessierte verschiedene Beispielprojekte inklusive DIY-Anleitungen. Mit dieser Starthilfe können ein paar Handgriffe aus einer abgetragenen Jeans schnell und einfach originelle Accessoires oder multifunktionale Gebrauchsgegenstände zaubern. 

Kreativ werden und Geld sparen

Grundsätzlich sind Bastel- und Nähbegeisterten beim Upcyceln keine Grenzen gesetzt. Je nachdem, ob ein Kleidungsstück noch tragbar ist oder bereits in seine Einzelteile zerfällt, bieten sich verschiedene Optionen an.

Aus „alt“ mach „neu“

Selbst wenn eine Jacke oder Hose nicht mehr ganz makellos aussieht, ist das kein Grund, sich endgültig von ihr zu verabschieden. Ein Knopf ist abgefallen? Mit Nadel und Faden ist im Nu ein kunterbunter Mix aus Vintage-Knöpfen kreiert oder ein komplett neues Set angenäht. Wer sich nicht von der zerrissenen Lieblingsjeans trennen kann, muss nicht einmal zu Nähzeug greifen. Ein paar Schnitte hier, zwei, drei gekonnte Risse da, und schon ist ein trendiges Modell im „Destroyed“- oder „Ripped“-Design vollendet. Für solche Looks zahlt man bei einem Neukauf gut und gerne Preise im dreistelligen Bereich.

Aus „alt“ mach „anders“

Wer kennt das nicht: Eigentlich ist die alte Jeans noch in einwandfreiem Zustand, aber seit Jahren hängt sie nur noch im Schrank. Wenn ein Kleidungsstück aus der Mode gekommen ist, reichen oftmals schon wenige Details, um sie wieder ausgehtauglich zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mit individuellen Aufnähern oder ausgefallenen Knöpfen? Solche kleinen Schmuckstücke gibt es auf jedem Flohmarkt zum Schnäppchenpreis. Anstatt teures Geld für eine neue Jeans auszugeben, kann man so auch mit ein paar Euro der Garderobe ein Upgrade verpassen.

Aus „alt“ mach „neu & anders“

Abgetragene Klamotten finden auch außerhalb des Kleiderschranks Verwendung. Gerade Jeansstoff beweist sich in der Bastelwerkstatt als Allround-Talent. Das robuste Material eignet sich nicht nur für Handtaschen und Lunchbags, sondern zum Beispiel auch als Buchdeckel. Wer keine Nähmaschine zur Hand hat, aber dafür genügend Fingergeschick besitzt, kann eine Jeans sogar in einen Teppich verwandeln. Dazu schneidet man die Hose zunächst in dünne Streifen und verflechtet diese im nächsten Schritt zu einem Fußabstreifer oder Badevorleger. 

Trends muss man teilen...