10 Fakten rund um Frühling und Frühjahr

JuliaBlog, Faktastisch

Frühjahrsmüdigkeit, Frühlingsgefühle, Frühjahrsputz – zum Frühjahr häufen sich die Begriffe rund um verschiedenste Mythen. Aber woher kommen diese Gerüchte eigentlich? Und was ist dran? Erfahre mehr über die Jahreszeit des Blütenzaubers!

1. Frühlingsanfang

Dieses Jahr fällt der astronomische Frühlingsanfang auf den 20. März. Aber wieso eigentlich? Deutschland befindet sich auf der Nordhalbkugel der Erde. Dort fällt die Tagundnachtgleiche je nachdem, ob das Jahr ein Schaltjahr ist, auf einen Tag vom 19. zum 21. März. An diesem Tag ist es dann genau zwölf Stunden hell und zwölf Stunden dunkel. Der meteorologische Frühlingsbeginn ist übrigens der 01. März gewesen.

2. Neujahr im Frühling?

Anders als in Deutschland fällt Neujahr in vielen Ländern des asiatischen Raumes nicht auf den 01. Januar. Der Neujahrstag variiert dabei sogar von Jahr zu Jahr zwischen verschiedenen Monaten. In einigen Regionen Indiens fällt das Neujahrsfest auf den gleichen Tag wie bei uns der Frühlingsanfang. Dies hat religiöse Gründe. So richten sich Parsen nach dem Bahai-Kalender.

3. Frühlingsduft als Gehirnjogging

„Es riecht nach Frühling!“ Na, wie oft hast du diesen Satz schon gehört? Die altbekannte Frühlingsluft gibt es tatsächlich. Da ätherische Öle bei warmer Luft deutlich besser wahrnehmbar sind als bei eisigen Temperaturen, können wir die Natur im Geruch so intensiv wahrnehmen. Abhängig davon, wo ein Mensch aufgewachsen ist, interpretiert jeder den Duft des Frühlings individuell für sich. Für Europäer riecht das Frühjahr also ganz anders als für einen Australier. Riechen hält das Gehirn dabei übrigens fitter, als so manches Gehirnjogging, denn bis zu 350 Geruchsrezeptoren senden stetig elektrische Signale ans Gehirn.

4. Frühlingsgefühle und Herzklopfen

Hast du schon Schmetterlinge im Bauch? Der Frühling gilt als Jahreszeit der Liebenden. Nicht selten ist die Rede von Frühlingsgefühlen. Sobald die Tage länger werden, stellt der Körper den Hormonhaushalt um. Es werden nun verstärkt Endorphine, Testosteron und Östrogen produziert. Evolutionspsychologen vermuten hier ein Überbleibsel des geschlechtlichen Jahreszyklus, der bei vielen Tieren zu beobachten ist. Zudem werden die Temperaturen wärmer, die Kleidung luftiger. Es wird generell mehr Haut gezeigt, was den Hormonschub nochmals ankurbelt. Kein Wunder also, dass unsere Gefühle da Achterbahn fahren.

5. Gäähn… Frühjahrsmüdigkeit

Dieser plötzliche Hormonschub kann in Verbindung mit der Dauerbelastung der Geruchsrezeptoren schon ziemlich anstrengend sein. Zusätzlich weiten sich durch die wärmeren Temperaturen die Blutgefäße. Die Folge: der Blutdruck sinkt. Nicht selten leiden Menschen deshalb in den ersten Wochen des Frühlings unter Frühjahrsmüdigkeit. Dann lassen sich Symptome wie Schwindel, Antriebslosigkeit und Kreislaufprobleme beobachten. Keine Sorge, nach etwa vier Wochen hat sich der Körper aber an die Umstellung gewöhnt. Außerdem kannst du der Frühjahrsmüdigkeit durch ausreichend Bewegung, frische Luft und ausgewogene Ernährung entgegenwirken.

6. Weniger Morgenmuffel

Trotz Frühjahrsmüdigkeit geht  die Zahl der Morgenmuffel im Frühjahr um bis zu 50 % zurück. Denn der Frühling löst bei vielen positive Gefühle aus. Die Tage werden länger, die Sonne verwöhnt unsere Haut mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und die Pflanzen erblühen wieder in vollster Farbpracht. Allein der Gedanke daran versetzt uns in Hochstimmung. Das Gehirn erinnert sich an positive Frühlingsmomente und gibt den Befehl, Glückshormone wie Serotonin zu produzieren. Die Produktion des Schlafhormons Melatonin wird daraufhin minimiert. So kommen die Morgenmuffel der Wintertage leichter aus dem Bett. Leider wirkt die natürliche Hormonkur nicht bei jedem.

7. Zitronenfalter als Früh(lings)starter

Die Hochsaison für Schmetterlinge beginnt eigentlich erst im Mai. Doch der Zitronenfalter ist schon in den ersten Märzwochen zu bewundern. Die noch teilweise eisigen Temperaturen machen dem Tier nichts aus, denn es besitzt ein körpereigenes Frostschutzmittel bestehend aus Glyzerin, Sorbit und Eiweißen. Die Lebenserwartung des Zitronenfalters liegt deshalb mit zwölf Monaten auch deutlich höher als bei anderen Artgenossen in Mitteleuropa.

8. Pflanzen erkennen den Frühling

Jedes Jahr zur Frühlingszeit beginnen Blumen, Bäume und Sträucher in den buntesten Farben zu erblühen. Aber woher wissen die Pflanzen eigentlich, wann Frühjahr ist? Einige Pflanzen messen tatsächlich die Temperatur. Obstbäume beispielsweise beginnen erst nach einer gewissen Anzahl von warmen Tagen zu blühen. Sie summieren sie quasi auf. Dadurch kann sich ihr Zyklus von Jahr zu Jahr um mehrere Wochen verschieben. Andere Pflanzen, zum Beispiel Spinat, reagieren auf das Tag-Nacht-Verhältnis. Sobald ein bestimmter Schwellenwert erreicht ist, beginnen sie zu blühen. Das Licht wird dabei von sogenannten Lichtsensoren wahrgenommen. In den Genen der Pflanze ist zusätzlich eine Art biologische Uhr festgeschrieben, ähnlich wie beim Menschen. Dies dient als Vergleichsmaßstab zum Tag-Nacht-Verhältnis.

9. Die Wanderung des Frühjahrs

Wie stellst du dir den Frühlingsbeginn vor? Sicherlich nicht wie einen eifrigen Wanderer, oder? So abwegig ist der Vergleich aber gar nicht. Zwar ist der astronomische Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel stets identisch, in einigen europäischen Ländern beginnen die Pflanzen aber dennoch früher zu blühen als in anderen. Abhängig ist dies vom geografischen Längen- und Breitengrad. In Portugal, genauer in der Küstenstadt Faro, trifft der Frühling zuerst ein. Aus dem Südwesten Europas wandert das sogenannte phänologische Frühjahr dann täglich 30 bis 40 Kilometer und trifft etwa Mitte April in Deutschland ein. In Finnland warten die Menschen sogar bis Ende Mai auf die Blütezeit.

10. Alle Jahre wieder…

freuen wir uns im Oktober, eine Stunde durch die Zeitumstellung geschenkt zu bekommen und ärgern uns im Frühling umso mehr, dass uns eine Stunde geklaut wird. Die Zeitumstellung wurde in Deutschland im Jahr 1980 eingeführt. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973. Um den Ölkonsum zu minimieren, sollte durch die Zeitumstellung das Sonnenlicht optimal genutzt werden können. Mittlerweile ist jedoch bewiesen, dass die Ersparnis ein Wunschgedanke ist. Zwar wird abends das Licht später angeschaltet, dafür aber morgens früher geheizt. Macht dir die Zeitumstellung zu schaffen, bist du nicht allein: rund die Hälfte aller Deutschen geben an, von der Zeitumstellung negativ beeinflusst zu werden. Müdigkeit, Gereiztheit und Antriebslosigkeit zählen zu den ausgelösten Symptomen. Grundlos ärgern kannst du dich übrigens wieder am Sonntag, den 26.03.17. Die Uhr wird dann von 02:00 Uhr auf 03:00 Uhr vorgestellt.

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