Palmöl: Mit gutem Beispiel voran

IsabellBlog6 Kommentare

Palmöl ist das verbreitetste Pflanzenöl weltweit. In den letzten Jahrzehnten stieg die Nachfrage enorm. Heute leiden die Umwelt, ganze Dörfer und bedrohte Tierarten unter dem Druck der Nachfrage. Doch nicht alles ist schlecht: Palmöl kann auch nachhaltig und ökologisch wertvoll genutzt werden. 

Wie groß sind die Auswirkungen?

Palmöl ist deshalb so beliebt, da es auf relativ geringem Raum günstig produziert werden kann. Aktuell sind weltweit 17 Million Hektar mit Palmölplantagen bedeckt. Malaysia und Indonesien gelten als die größten Produzenten, aber gleichzeitig auch als die kritischsten Anbauländer. Um genügend Platz für die großflächigen Monokulturen zu schaffen, wird zunehmend Regenwald gerodet und Gemeinden vertrieben. Jährlich werden ca. 7 Millionen Hektar Regenwald für Monokulturen, wie z.B. Palmöl, geopfert. Besonders leiden darunter die Bewohner des artenreichen Raums. Obwohl der Regenwald gerade einmal 5 Prozent der Erdoberfläche einnimmt, leben hier nahezu 50 Prozent aller Arten. Der Orang-Utan ist besonders betroffen und steht nur als Stellvertreter für zahlreiche weitere Arten.

Palmöl: Problem oder Problemlöser?

Die Diskussion darum, ob Palmöl tatsächlich das Problem ist, bleibt bestehen. Fest steht allerdings, dass vor allem die kritische Anbausituation in den meisten Gebieten zum Problem geworden ist. Das ertragreiche Öl weltweit zu ersetzen, ist keine Option. Palmöl ist bereits in unzähligen Lebensmitteln, Kosmetika, Waschmitteln und Biotreibstoffen verarbeitet. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen Palmöl importiert und verarbeitet. Dass sich etwas ändern muss, ist vielen bewusst. Doch wo sollen Unternehmen, die auf das Öl angewiesen sind, ansetzen? Wichtig ist nicht ob Palmöl angebaut wird, sondern wie. 

Dr. Bronner’s: Mit gutem Beispiel voran

Angefangen hat der Palmölanbau übrigens ganz woanders: In Afrika. Und genau dort hat es sich Dr. Bronner’s zur Aufgabe gemacht eine nachhaltige Palmölproduktion aufzubauen. Das westafrikanische Land Ghana ist landwirtschaftlich gut entwickelt. Auch die Regierung unterstützt den Anbau von Palmöl. An den weltweiten Markt kam Ghana allerdings nicht ran, da Anbau und Verarbeitung meist in Kleinbetrieben stattfinden. Die wachsende Nachfrage an Bio- und Fair Trade Produkten bot Chancen für die Betriebe. Die Umstellung auf internationale Standards und internationale Zertifizierungen kosten allerdings Geld. Die Zusammenarbeit mit internationalen Abnehmern ist deshalb für alle Seiten sehr lukrativ, wie Dr. Bronner’s Projekt in Ghana zeigt.

Nachhaltiges Palmöl

Das deutsche Familienunternehmen Dr. Bronner’s nutzt bereits seit 2004 ausschließlich Bio-Palmöl. Um die Transparenz zwischen Palmöl-Hersteller und Einkäufer zu erhöhen, entschied sich das Unternehmen ein eigenes Bio und Fair Trade Palmölprojekt zu starten. Im Jahr 2007 wurde das Projekt mit der ghanaischen Tochtergesellschaft Serendipalm Co Ltd. ins Leben gerufen. Die Palmfrüchte werden von über 500 Familienunternehmen im Osten Ghanas angekauft. Die Plantagen haben die Größe von ca. 2 bis 3 Hektar. Um keine reinen Monokulturen zu unterstützen, wird auf Bodenbepflanzung und umliegende Plantagen geachtet. Umgeben von Kakao und Zitrusfrüchten soll Artenvielfalt eine bessere Chance haben.

Produktivität für die Umwelt

Die Arbeiter auf den Farmen bekommen ein faires Gehalt, faire Preise für die Saat und Schulungen zum ökologischen Anbau. Die Bio-Rückstände werden als Dünger weiterverarbeitet. Das Unternehmen achtet darauf, dass weder Bauern vertrieben, noch Lebensräume gerodet werden. Außerdem unterstützt es die kommunale Entwicklung mit Frischwasser-Brunnen und öffentlichen Gebäuden. Mit fairem Handel tut Dr Bronner’s etwas gutes für die ländliche Entwicklung in Ghana und unterstützt eine Anti-Ausbeutungspolitik. Inzwischen wird Dr. Bronner’s gesamter Bedarf an Palmöl für die Magic Soaps durch Serendipalm gedeckt. Und es bleibt sogar noch etwas übrig. Deutsche Unternehmen mit ähnlichen Ansprüchen bedienen sich ebenfalls bei dem biologischen Palmlöl von Dr. Bronner’s.

Trends muss man teilen...

6 Kommentare bei “Palmöl: Mit gutem Beispiel voran”

  1. Niniel

    Achtet ihr im Allgemeinen beim täglichen Einkauf darauf, dass die Produkte möglichst kein Palmöl enthalten?
    Oder anders gefragt, greift ihr, wenn ihr die Wahl habt, eher zum palmölfreien Produkt auch wenn es teurer ist?

  2. GastNadine

    Tja da fragt man sich doch, welches Öl man mit gutem Gewissen noch kaufen kann…

    Ich finde es schrecklich, dass die Umwelt und die Tiere unter dem Anbau von z.B. Palmöl leiden und die Bauer ausgebeutet werden.

    Ich wünschte, es gäbe mehr Menschen, wie Dr. Bronner und dass diese auch nach seinem Leitbild handeln.

    @yaya: Ist die Kokosöl-Industrie auch so schlimm?

    Liebste Grüße,
    Nadine

  3. yaya

    Gut, dass es solche Unternehmen gibt.
    Wie ich gelesen habe, ist Kokosöl (die „gute“ Alternative) auch nicht so ohne, was den Anbau und die Bezahlung der Bauern betrifft.

  4. kimpoldi
    kimpoldi

    „Inzwischen“ heißt, dass war mal anders? Muss gestehen, dass ich eher auf tierversuchsfreie NK achte. Ob da dann NIE Palmöl drin ist, weiß ich ehrlich gesagt überhaupt nicht…

  5. Niniel

    Da kann man nur hoffen, dass noch andere Unternehmen sich Dr. Bronner’s Vorbild anschließen und den gleichen Weg einschlagen. Nur viele gemeinsam können langfristig etwas bewirken.

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